05/06/2002 Eintrag: "Staatsbibliothek"

Aus einem Telephonat mit der Bücherausgabe der Staatsbibliothek, Haus 1.
SP: Guten Tag, ein von mir bestelltes Buch sollte gesucht werden, und ich wollte mich erkundigen, ob es inzwischen gefunden wurde.
Bibliothekarin: Wann haben Sie denn die Suche in Auftrag gegeben ?
SP: Gestern.
Bibl.: Na toll ! (= Und da trauen Sie sich, schon heute nachzufragen ?!)
SP: Mir wurde gesagt, ich solle heute anrufen.
Bibl.: Jaja, schon gut ! (= Regen Sie sich bloß nicht auf !)

Das Buch war dann tatsächlich da, obwohl der Suchauftrag immer noch unausgeführt im Kasten lag. Aber mein Ärger über die unglaubliche Behandlung am Telephon war doch größer als die Freude über den Fund. Vielleicht sollte man ein Internetforum für Unmögliches aus der Staatsbibliothek einrichten.

Kommentare

Die Staatsbibliothek, vor allem in ihrer Inkarnation Unter den Linden, hat schon einen kafkaesken Charakter. Das zeigt sich vor allem, wenn man sich mit den Mitarbeitern unterhält, die größtenteils eigentlich ziemlich nett sind und sich - zumindest über viele Jahre hinweg - sehr engagiert hatten, bis auch sie vor den unhaltbaren Zuständen kapitulierten und abstumpften. Man kann den Bibliothekaren dort eigentlich kaum böse sein, wenn man weiß, unter welchen Bedingungen sie arbeiten müssen. Andererseits bin ich mir aber nicht sicher, ob das Ganze nur eine Frage des unzureichenden Geldes ist, oder ob nicht auch der gesamte Apparat irgendwie falsch eingerichtet ist.

Sebastian || 06/08/2002 12:38 PM CET

In der Staatsbibliothek wird man schon manchmal mit eigenartigen Verhaltensweisen konfrontiert. Wahrscheinlich liegt es an der hohen Belastung des Personals. Und an dem Berliner Verständnis von Dienstleistung. (Letzteres ist aber Folklore.)

thomas koch || 06/07/2002 04:06 AM CET

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