04/09/2002 Eintrag: "Offizielle Kontaktperson"

Die Reaktionen, die meine Homepages hervorrufen, verblüffen mich immer wieder. Soeben erhielt ich einen Anruf eines älteren Herrn. Er versucht, die verwickelte Geschichte seiner Abstammung aufzuklären und hatte sich zu diesem Zweck auch an das Bundesarchiv Berlin gewandt. Von diesem erhielt er eine schriftliche Antwort, in der er auf das Sonderarchiv Moskau hingewiesen wurde. Aus dem Schreiben zitierte er mir am Telephon: Eine offizielle Adresse [des Sonderarchivs; SP] konnte nicht ermittelt werden. Das ZDM MO [Abkürzung des "Sonderarchivs" aus der Zeit, als sein offizieller Name "Zentrum für die Aufbewahrung historisch-dokumentarischer Sammlungen" lautete; SP] gibt Herrn Sebastian Panwitz als offizielle Kontaktperson in Deutschland an. Was sagt man dazu ?! Hat das Sonderarchiv mich tatsächlich zum offiziellen Vertreter in Deutschland ernannt, ohne mich zu informieren ? Oder hat das Bundesarchiv schlichtweg ignoriert, daß es sich bei meiner Homepage um eine inoffizielle Seite handelt ? Ich überlege, ob ich einmal im Bundesarchiv nachfragen sollte.
Ebenfalls wegen des Sonderarchivs rief mich vorgestern Nina Gladitz an. Sie ist deutsche Filmemacherin, die sich unter anderem mit der Person Leni Riefenstahls beschäftigt. Ein Film zu diesem Thema aus dem Jahr 1982 brachte ihr eine Klage der NS-Regisseurin ein. Jetzt arbeitet Frau Gladitz wieder an dem Thema und hofft, bei ihren Recherchen auch im Sonderarchiv fündig zu werden.
Schließlich erreichte mich gestern noch eine Email aus England. Die Mitbegründerin der dortigen Mendelssohn-Gesellschaft, Geraldine Auerbach (Direktorin des Jewish Music Institute, London), fragte, ob ich ihr Näheres zu "meiner" Mendelssohn-Gesellschaft berichten könne. Die Anfrage ging an mich und nicht an den Vereinsvorstand, weil ich auf meiner Homepage ein paar Seiten auf Englisch geschrieben habe, während sich die Homepage der Berliner Mendelssohn-Gesellschaft bisher ausschließlich an deutschsprachige Leser wendet. In Erwiderung auf meine Antwort erhielt ich heute eine zweite Email, in der mir Frau Auerbach erzählte, daß die britische Mendelssohn-Gesellschaft sich auf die Erforschung und Pflege des Werks der Musiker Felix und Fanny konzentrieren und das seit 1848 in London bestehende Mendelssohn-Stipendium für junge Komponisten unterstützen will. Kurt Masur hat sich bereiterklärt, die Präsidentschaft der Gesellschaft zu übernehmen. Schließlich erhielt ich noch eine Einladung für die Gründungsveranstaltung am 24. Oktober in der Royal Academy of Music. Warum muß England nur so teuer sein ?! Wenn das Ganze in Polen stattfände, würde ich, ohne zu zögern, meine Teilnahme zusagen.

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