12/09/2002 Eintrag: "Sitten und Gebräuche"

In den Lesesaal der Universitätsbibliothek der HU nehmen die Leute nicht nur ihre Taschen, Tüten, Rucksäcke, Mäntel und Trinkflaschen mit sich – diese Dinge ist man inzwischen ja in allen Berliner Bibliotheken gewöhnt. Hier werden daneben auch lautstark Telephongespräche geführt, Zärtlichkeiten ausgetauscht, Computerspiele gespielt und Baguettes verspeist. Vielleicht bin ich ja etwas altertümlich, aber merkwürdig erscheint mir das doch.
In der Vossischen Zeitung gelang mir heute wieder ein guter Fund. Vor ein paar Tagen registrierte ich, daß der Hülfsverein für Märkisch-Friedland im Haus der Gesellschaft der Freunde in der Neuen Friedrichstraße 35 tagte. Leider wußte ich überhaupt nichts Näheres über diesen Verein. Die Literatur schweigt natürlich. Nur aufgrund der Namen der Vorstandsmitglieder, die in einer Anzeige vermerkt waren, und aufgrund der Tatsache, daß sich sonst nur jüdische Vereine bei Gesellschaft trafen, vermutete ich, daß es sich auch hier um einen jüdischen Verein handeln müßte. Und so war es auch. Heute entdeckte ich einen mittellangen Artikel über die Gründung eben dieses Verein, die - erfreulicherweise - in der Neuen Friedrichstraße 35 stattfand. Initiator war ein langjähriges Mitglied der Gesellschaft der Freunde. Und einen Steckbrief über die Ziele des Vereins (Unterstützung der jüdischen Alten in dem Städtchen und Förderung der dorther Stammenden und ihrer Nachkommen) wurde mir gleich mitgeliefert.

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