28/11/2003 Eintrag: "Bruno Ahrends"

Heute entdeckte ich, daß der älteste Sohn des Freunds, Bankiers, Millionärs und "ausgezeichneten Seglers" Barthold Arons, Bruno, 1898 seinen Nachnamen änderte und sich von da an Bruno Ahrends nannte. Dieser Name wiederum klang mir seltsam vertraut. Zu Recht, denn Bruno Ahrends war Architekt und baute nicht nur in Buch, Reinickendorf und Prenzlauer Berg, sondern auch - jawohl ! - in Johannisthal ! Er lieferte die Pläne für die Kleinhaussiedlung am Breiten Fenn, die 1919/1920 gebaut und zu späten DDR-Zeiten aus mir unerfindlichen Gründen Negerviertel genannt wurde.

Kommentare

Herzlichen Dank für diese interessanten Informationen. Die Bezeichnung Negerviertel wurde in den 1980er Jahren unter Johannisthaler Schulkindern für das ganze Viertel verwendet, aber solche Ausweitungen oder auch Verschiebungen kommen bei Bezeichnungen dieser Art häufiger vor. Bestes Beispiel dafür ist das Scheunenviertel in Berlin-Mitte, das zur Zeit seines Bestehens auch sehr viel kleiner war, als es heute auf Stadtführungen und in Berlinbüchern präsentiert wird.

Sebastian Panwitz || 05/05/2005 08:29 PM CET

Sehr geehrter Herr Pannwitz,
heute besuchte ich aus Interesse an den Arbeiten von Bruno Ahrends die Johannisthaler Kleinhaussiedlung und erfuhr von einer ehemaligen Bewohnerin, die dort gerade ihre Freundin besuchen wollte, Folgendes zum "Negerviertel": Nicht die gesamte Siedlung, nur der kurze südliche, mit einstöckigen Holzhäuschen bebaute Abschnitt der Oststraße wurde so bezeichnet (zumindest kleinhaussiedlungsintern). Diese waren 1919 für ehemalige Kolonialbeamte aus den im 1. Weltkrieg verlorenen Kolonien in Afrika gebaut worden, daher Negersiedlung. Diese heute verputzten Holzhäuschen sind höchstwahrscheinlich nicht von Bruno Ahrends gebaut worden. An der Gesamtsiedlung waren übrigens außer Ahrends noch Ernst Engelmann, Emil Fangmeier und Bruno Taut (Weststraße) beteiligt.

Rainer || 05/05/2005 05:42 PM CET

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