19/03/2004 Eintrag: "Beer-Ausstellungseröffnung"

Gestern abend wurde die Ausstellung Juden Bürger Berliner über die Familie Beer/Meyerbeer/Richter eröffnet, die auf einer Stiftung der Geschwister Hans und Luise Richter basiert. Wer mich kennt weiß, daß ich nicht der Richtige für eine vernünftige Ausstellungskritik bin, so daß ich nur jedem empfehlen kann, sich selbst ein Bild zu machen. Ich begrüße es aber grundsätzlich sehr, daß die Geschichte des jüdischen Berlins nun wieder im Märkischen Museum präsent ist, da sie im Jüdischen Museum zum fünften Rad am Wagen und zur bloßen Staffage degradiert wurde.
Auch die Besprechung des zur Ausstellung gehörigen Aufsatzbandes möchte ich anderen überlassen. Zur Information sei aber schon jetzt gesagt, daß es sich um eine Sammlung von Biographien handelt, die von Liepmann Meyer Wulff über Amalie und Jacob Herz Beer und deren Söhne Giacomo, Wilhelm und Michael bis hin zu den verschiedenen Richters des 19. und 20. Jahrhunderts reicht. Die Beers sind damit neben den Mendelssohns die erste Berliner jüdische Familie, die so systematisch erforscht wurde. Die Liebermanns, Rathenaus, Mosses und Ullsteins warten bis heute auf eine ähnliche Beachtung. Sehr hilfreich ist das am Ende des Buches aufgenommene Bestandsverzeichnis der Familienstiftung und darin noch einmal besonders die detaillierte Aufschlüsselung des Briefnachlasses. Die ästhetisch ausgesprochen schöne Gestaltung des Bandes mag für den Wissenschaftler zweitrangig sein. Mich als Autor eines der Aufsätze (Jacob Herz Beer) freut sie aber sehr smile

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