Archiv für February 2003

Friday, February 28, 2003

Ich habe mit dem Schreiben begonnen. Gut vier Seiten von Teil II sind ein recht guter Anfang, finde ich, zumal ich weiß, wie es weitergehen soll. Gestern im GStA fand ich zudem heraus, daß ich mithilfe der Sterberegister der Jüdischen Gemeinde weitere Gründungsmitglieder der Gesellschaft der Freunde identifizieren kann, was umso komfortabler funktioniert, weil ich von vielen dieser Mitglieder das Sterbejahr kenne.

Posted by Sebastian @ 03:08 PM CET

Wednesday, February 26, 2003

Die Central Archives for the history of the Jewish people, zu deren Beständen es jahrzehntelang keine öffentlich zugänglichen Bestandsinformationen gab, haben ihre Internetinformationen umfassend verbessert und ganze Findbücher ins Netz gestellt ! Für Berlin besonders wertvoll sind die Findbücher zur Berliner Jüdischen Gemeinde (D/Be 4) und zu Adass Jisroel (D/Be 5) sowie die personenbezogenen Sammlungen zu Moritz Veit (P 047), Samuel Holdheim (P 043), Michael Sachs (P 041) und Martin Koppenheim (P 229). Das Berliner Findbuch ist mit 40 Seiten das mit Abstand umfangreichste und spannendste. Alle Listen sind als pdf-Dateien verfügbar, so daß man sie problemlos herunterladen und auch offline benutzen kann. Ein großes Dankeschön nach Jerusalem in die Jabotinsky-Straße 46, wo das Archiv jetzt seinen Sitz hat.

Posted by Sebastian @ 11:30 AM CET

Tuesday, February 25, 2003

Heute nur eine kleine Information: Die Bibliothek der Berliner Jüdischen Gemeinde hat eine Jahresgebühr von 2,50 Euro für sämtliche Nutzer eingeführt. Sie ist damit nach Staatsbibliothek, Stadtteil- und Landesbibliothek und Senatsbibliothek mindestens die vierte kostenpflichtige Bibliothek Berlins. Zusammengerechnet zahlt man jetzt über 50 Euro Gebühr im Jahr, und damit dürfte der Höchstwert noch nicht erreicht sein. Andererseits sind die 50 Euro für das recht gute Berliner Bibliotheksangebot auch nicht so viel, zumal dann nicht, wenn man die schlechte Kassenlage berücksichtigt.

Posted by Sebastian @ 09:07 PM CET

Saturday, February 22, 2003

Nun noch die Zusammenfassung der Restwoche. Am Donnerstag begann ich unter anderem damit, die Allgemeine Zeitung des Judenthums systematisch durchzusehen. Das geht mit der Internetausgabe recht einfach, besser als mit einem Mikrofilm, so daß ich 1853/54 bereits sichten konnte.
Gestern schließlich, im GStA, entdeckte ich einige Dokumente, die für die Mendelssohn-Gesellschaft fast spektakulär sein dürften, unter anderem die Wappen der drei geadelten Familienzweige. Zu meinen dissertationsbezogenen Fragen aber fand sich nur marginales Material. Die Akten zum Roten Adlerorden sind der reinste Horror. Sie sind unpaginiert, und jede Akte, die jeweils einen Jahrgang umfaßt, enthält hunderte von Fällen. Dieser Orden scheint unglaublich inflationär vergeben worden zu sein. Hätte man all die Ritter einberufen, so wäre ein an Zahl sehr stattliches Heer zusammengekommen. In den Akten jedenfalls gibt es am Anfang kein Inhaltsverzeichnis, und die abgelegten Einzelvorgänge betreffen teilweise mehrere Personen. Zu allem Überfluß sind auch Verleihungen des Titels Kommerzienrat hineingemischt. Inhaltlich sind die Einzelvorgänge sehr verschieden ergiebig. Manche enthalten nur den Vorschlag zur Ordensverleihung, andere ganze Kurzbiographien der Dekorierten. Kurz: Man müßte ein komplettes DFG-Projekt auf diesen Bestand hetzen, um ihn überhaupt vernünftig zugänglich zu machen.
Ich werde die letzten GStA-Reste am kommenden Donnerstag (3-Tages-Frist !) begutachten und die Personenrecherche dann für abgeschlossen erklären.

Posted by Sebastian @ 11:51 AM CET

Thursday, February 20, 2003

Wieso gibt es im GStA Akten zur Verleihung des Titels Kommissionsrat erst ab 1840, während ich schon mit Mitgliederverzeichnis von 1836 einen Kommissionsrat aufgeführt finde ? Warum muß der ausgerechnet Vorstandsmitglied und deshalb für mich wichtig sein ? Und was ist überhaupt ein Kommissionsrat ?

Posted by Sebastian @ 01:23 PM CET

Hat jemand eine Idee, wie ich Informationen über einen D. A. Benda finden kann ? Ich weiß bisher nur, daß er vermutlich zwischen Januar und August 1836 starb, Stadtrat war (höchstwahrscheinlich in Berlin) und der Gesellschaft ein paar Monate als Vorsitzender vorstand. Wo findet man Informationen über die Stadträte ? Im Bestand "Magistrat" ? Andererseits mußten diese Personen doch durch die Oberbehörde bestätigt werden, oder ? Das hieße ja, daß auch in GStA Informationen vorhanden sein müßten. Ich werde morgen einmal nachfragen.

Posted by Sebastian @ 12:11 PM CET

Wednesday, February 19, 2003

Der heutige Tag verging mit weiterer Arbeit an der Mitgliederdatenbank, Zeitungsrecherche, Emailschreiben (10 Stück !) und Planung für das weitere Vorgehen. Urplötzlich überfiel mich allerdings ein Gedanke, den ich gleich zu einem Projektplan ausbauen mußte: Die Erfassung und Analyse des Jüdischen Friedhofs an der Schönhauser Allee. Dabei soll es nicht, wie bei vielen meiner anderen Projekte, um ehrenamtliches Engagement gehen. Vielmehr will ich mit diesem Vorhaben Geld verdienen. Noch überlege ich, wie dabei am besten vorgehen sollte. Und natürlich muß ich schleunigst mit meiner Dissertation fertig werden. Ein anstehendes Projekt ist überhaupt eine ideale Motivation für die zügige Beendigung einer Dissertation. Zwar ist es gut möglich, daß das Projekt nie umgesetzt wird. Im Moment aber bin ich ganz berauscht von der Idee, so daß ich mich immer wieder daran erinnere, daß ich mich zunächst um ein ganz anderes Thema kümmern muß: die Gesellschaft der Freunde.

Posted by Sebastian @ 07:54 PM CET

In einem Leserbrief wurde ich gefragt, was denn aus meinem Projekt 18 geworden sei. Nun, was soll ich sagen ? Mir ist es wohl damit nicht viel besser ergangen als den Erfindern dieses Vorhabens. An belebteren Tagen kommen vielleicht 10 oder 12 Besucher auf die Seite. Manchmal sind es aber auch nur 3. Der Durchschnitt liegt jedenfalls zur Zeit bei 5 Besuchern pro Tag, so daß ich nur knapp dem Scheitern an der 5er-Hürde entgangen bin. Nun zur Analyse. Zugegebenermaßen waren meine Eintragungen in den letzten 14 Tagen recht selten. Aber die Zugriffszahlen sahen auch zuvor nicht besser aus. Selbst wenn ich täglich schreibe, steigt die durchschnittliche Zahl der täglichen Besucher kaum über 8. Daher kann ich mich nur damit trösten, daß ich ein ausgesprochen exklusives Internetangebot biete :)
Daneben offeriere ich aber auch dem Massenpublikum eine Homepage, und zwar die Seite zum Sonderarchiv. Innerhalb der letzten 4 Wochen wurde hier die 18er-Grenze vierzehnmal überschritten, Höchstzugriff an einem Tag: 35.

Posted by Sebastian @ 09:29 AM CET

Tuesday, February 18, 2003

Nach meinem heutigen Besuch im GStA fühle ich mich ein wenig ausgebremst. Daß man volle drei Tage auf seine Akten warten muß, war mir ganz entfallen. Hinzu kommt, daß in den Findbüchern die Akten über Ordens- und Titelverleihungen nicht nach Namen, sondern ausschließlich nach Jahren sortiert sind. Allein zum Roten Adlerorden gibt es 67 Bände, die ich kaum vollständig durcharbeiten kann. Auch die Nachschlagewerke Quellen zur Geschichte der Juden in den Archiven der neuen Bundesländer sind in dieser Hinsicht ausgesprochen lückenhaft und dadurch wertlos.
Nun, ich werde die beiden Tage, die mir plötzlich "zusätzlich" zur Verfügung stehen, dazu nutzen, die bisherigen Ergebnisse zu sichten und aufzulisten, was mir noch fehlt. Am Freitag geht's dann wieder ins GStA.
Eine unangenehme Nachricht zum Schluß: Die ZLB hat den Zugang zu den Berliner Adreßbüchern im Internet jetzt entgeltpflichtig gemacht. Mir gefällt das überhaupt nicht. Zum einen sind zahlungspflichtige Informationsdienste im Netz immer unangenehm. Zum anderen lebt die ZLB von Steuergeldern. Warum soll ich doppelt zahlen ? Aber der Beschluß wird wohl höchstens wieder rückgängig gemacht, wenn das Angebot von nun an vollkommen boykottiert wird. Das wiederum können sich Forscher, die außerhalb Berlins arbeiten, kaum leisten, denn sie haben keinen Zugang zu den realen Adreßbüchern.

Posted by Sebastian @ 05:36 PM CET

Friday, February 14, 2003

Soeben bin ich aus dem Landesarchiv zurückgekehrt. Zwar ist mein Arbeitstag damit noch nicht beendet. Ich möchte aber doch schon meinen Wochenrückblick schreiben, denn daran wird sich nicht mehr viel ändern. Schneller als gedacht habe ich die Bestände im LAB durchsucht. Das hatte nicht nur darin seinen Grund, daß ich mich jetzt voll auf die Dissertation konzentrieren kann. Es lag vielmehr auch daran, daß ich im LAB nur zu acht der 90 Vorstandsmitglieder der Phase 2 Akten ermitteln konnte. Drei davon waren Mendelssohns, zu denen mir sowieso schon genügend Informationen vorlagen. Immerhin aber konnte ich daneben 18 Akten für Vorstandsmitglieder der Phase 3 ausfindig machen - eine gute Vorarbeit für den nächsten Abschnitt der Dissertation. Nächste Woche geht es weiter im GStA. Anschließend werde ich bilanzieren, wieviel Prozent meiner Vorstands 1820-1880 ich erfassen konnte. Vielleicht helfen ja auch die LBI-Bestände, die in Kopie im Jüdischen Museum Berlin lagern, ein wenig weiter.
Frohe Botschaft aus dem Landesarchiv: Innerhalb der nächsten Wochen soll das Verzeichnis des Teilbestandes A (Akten vor 1945) veröffentlicht werden. Gleichzeitig werden alle darin enthaltenen Daten auch ins Internet gestellt, womit sich das LAB die Veröffentlichung einer CD, wie sie noch vom GStA herausgebracht wurde, erspart.

Posted by Sebastian @ 03:07 PM CET

Friday, February 7, 2003

Heute arbeitete ich vor allem an meiner Vorstandsliste. Von den 89 Personen finden sich erstaunlich viele in Jacobsons Judenbürgerbüchern oder Jüdischen Trauungen. Die fehlenden Daten hoffe ich in den Archiven ergänzen zu können. Meine Filemakerkenntnisse haben sich dank der Hilfe einer Freundin ebenfalls weiterentwickelt, was die Verwaltung der Datenmasse deutlich vereinfacht.

In der Berliner Zeitung wurde heute gemeldet, daß sich die Beziehungen zwischen Deutschland und Rußland in Sachen Beutekunst entspannten. Das paßt sehr gut zu der Meldung über die zurückgegebenen Zeitungen vor wenigen Tagen. Hoffentlich kommt dadurch auch ein wenig Bewegung in die eingeschlafenen Verhandlungen über die Akten im Sonderarchiv.
Der Artikel in der Berliner Zeitung ist ausgesprochen dürftig. Weiß irgend jemand mehr zu dieser Frage ?

Posted by Sebastian @ 06:27 PM CET

Wednesday, February 5, 2003

Lange gab es wenig zu berichten, und nun geschieht so viel auf einmal. Gestern hatte ich ein Gespräch im Stadtmuseum, Poststraße. Für den Beginn des Jahres 2004 ist eine Ausstellung über die Familie Beer/Richter in Berlin geplant. Ich werde für den zugehörigen Katalog einen biographischen Aufsatz über Jacob Herz Beer schreiben. Dieses Thema liegt sehr nahe an dem meiner Dissertation, so daß sich die Mehrarbeit in Grenzen hält. Zudem ist Jacob Herz Beer, der Vater von Jacob Meier Beer (Giacomo Meyerbeer), eine faszinierende Person, in dessen Haus nicht zuletzt der Beersche Reformtempel untergebracht war. Abgabetermin der Erstfassung ist im Juli, so daß es auch zeitlich keine großen Schwierigkeiten geben dürfte.

Heute erschien meine Rezension in H-Soz-Kult. Ich denke weiterhin, daß sie nicht schlecht ist. Aber leider wurde mir schon gleich heute in einem "Leserbrief" ein Fehler in der Darstellung der Literaturlage (Absatz 1) nachgewiesen. Die Forschungsbeiträge zur deutsch-jüdischen Vereinsgeschichte sind doch deutlich umfangreicher, als ich sie erscheinen lasse. Nicht berauschend, aber auch nicht verschwindend. Das Verblüffende ist: Einen Teil der Literatur, auf die ich in der Email hingewiesen wurde, kannte ich schon gut. Ich fühle mich ein wenig so, als hätte ich mich bei meinem ersten öffentlichen Auftritt gleich gründlich disqualifiziert. Nun, vermutlich gehört solch ein Erfahrung zum Lernprozeß. Aber so schnell werde ich wohl nicht wieder eine Rezension schreiben.

Schließlich machte mich Markus Röhling dankenswerterweise noch auf diesen Artikel aufmerksam, der über die Rückführung deutscher Bibliotheksbestände aus Moskau nach Deutschland berichtet. Hoffentlich kommen auf ähnlichen Wegen in nicht allzu ferner Zukunft auch die Sonderarchiv-Akten wieder an ihre Ausgangsorte zurück.

Posted by Sebastian @ 07:02 PM CET

Tuesday, February 4, 2003

Gestern fand die letzte GraKo-Sitzung in diesem Semester statt. Sie war auf jeden Fall eine der interessantesten des Semesters. Dennoch bin ich ausgesprochen glücklich, daß nun endlich die vorlesungsfreie Zeit anbricht und mich keine regelmäßigen Termine mehr von der Arbeit an meiner Dissertation abhalten.

Posted by Sebastian @ 05:16 PM CET

Sunday, February 2, 2003

Soeben habe ich die Lektüre von Georg Haberlands Aus meinem Leben beendet. Das Buch liest sich spannend wie ein Krimi, zumindest für einen Berlinhistoriker, und so möchte ich dem Autor nicht böse dafür sein, daß er seine Mitgliedschaft in der Gesellschaft der Freunde mit keinem Wort erwähnte.

Posted by Sebastian @ 08:03 PM CET

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