Archiv für March 2004

Tuesday, March 30, 2004

Die Berliner Zeitung meldete gestern auf Seite 23, daß es im Wirtschaftsplan der Jüdischen Gemeinde für 2004 ein Defizit von 1,8 Millionen Euro gibt. Zwei Drittel des Etats - dessen Gesamthöhe allerdings nicht genannt wurde - sind für die Gehälter der 416 Gemeindeangestellten bestimmt, 300000 Euro sind für "Sonderzulagen" vorgesehen. Dieses Erbe hat der Gemeindevorstand von seinen Vorgängern übernommen. Er muß sich trotzdem daran messen lassen, ob er einen Ausweg aus der Misere zu findet. Der Gemeindevorsitzende, Albert Meyer, will die Personal- und Sachkosten insgesamt um 10% kürzen.
Der Zeitungsartikel ist interessanterweise heute schon nicht mehr im Online-Archiv der Berliner Zeitung zu finden.

Posted by Sebastian @ 07:35 AM CET

Sunday, March 28, 2004

Das vorläufige Programm des Graduiertenkollegs für das kommende Sommersemester enthält eine Überraschung: Dietmar Hoffmann-Axthelm wird über Judenhöfe in der Mark Brandenburg sprechen. Habe ich etwas übersehen ? Ist Berlins oberster Vize-Stadtplaner Historiker ? Und wer im GraKo hatte so guten Kontakt zu ihm, daß er ihn zu einem Gastspiel im Moses-Mendelssohn-Zentrum, Neuer Markt Potsdam, am 26. April um 17 Uhr überreden konnte ? Der Vortrag ist übrigens öffentlich, falls es Interessenten geben sollte.

Posted by Sebastian @ 07:53 PM CET

Friday, March 26, 2004

Vielleicht sollte ich das besser nicht erwähnen, aber: Die URL www.forschungstagebuch.de ist noch frei ! Wenn ich nicht planen würde, das Tagebuch in seiner jetzigen Form nur bis zum Ende der Dissertation zu führen, nutzte ich womöglich die Gelegenheit und sicherte mir die Adresse.

Posted by Sebastian @ 08:42 PM CET

Heute gab es eine Premiere. Wegen der Krankheit des eigentlichen Stadtführers sprang ich bei der Führung zum und durch das Mendelssohn-Bankhaus Jägerstraße 49/50 ein. Es war meine erste professionelle Führung und meine erste mit so vielen (gut 25) Personen, und dafür lief es wirklich recht gut. Zwar vergaß ich ein Drittel der Informationen und sprang ein wenig unkoordiniert zwischen den Zeiten und Themen. Zudem machte ich Anfängerfehler, indem ich zum Beispiel beim Sprechen den Kopf vom Publikum wegdrehte, während ich auf etwas zeigte. Aber es gab zum Schluß sogar etliches Lob von Teilnehmern und keine verbissenen Gesichter, so daß ich zufrieden sein und "Stadtführer" auf die Liste meiner nachdissertationischen Berufsmöglichkeiten setzen kann.

Posted by Sebastian @ 08:37 PM CET

Thursday, March 25, 2004

Heute gibt es meine Eintragung nicht hier, sondern im Topographen-Notizbuch.

Posted by Sebastian @ 04:25 PM CET

Wednesday, March 24, 2004

Meine Rezension zum Sammelband von Salomon Korn ist heute (mit dem morgigen Datum) bei HSozKult erschienen. Mal sehen, ob bald freundliche oder weniger freundliche Kommentare eintreffen.
Ansonsten gab es heute eine wunderbare Neuigkeit: Ich habe meinen ersten Auftrag als Biograph! Weiteres läßt sich jetzt noch nicht sagen, aber ich bin sehr glücklich, daß die Praxis für Lebensgeschichte solch einen guten Anfang nimmt.

Posted by Sebastian @ 07:09 PM CET

Nun hat auch die Berliner Zeitung eine Rezension der Beer-Ausstellung gebracht. Mich wundert dabei nur, wie der Autor Amalie Beer als "hinreißend schöne Frau" bezeichnen konnte. Aber gut, die Geschmäcker sind verschieden.
Heute erfuhr ich, daß ich als einer der Autoren des zur Ausstellung gehörigen Aufsatzbandes die Möglichkeit habe, das Buch mit Autorenrabatt zu bestellen, also für 15 Euro statt der offiziellen 24,90 Euro. Wer Interesse daran hat, melde sich bitte bis zum Freitag nächster Woche (2. April) bei mir.

Posted by Sebastian @ 02:20 PM CET

Tuesday, March 23, 2004

Was schon immer niemand ahnte, haben jetzt neueste Forschungen bewiesen: Johannisthal war nicht nur Pionier beim deutschen Motorflug, sondern auch Ausgangspunkt einer der ambitioniertesten deutschen Automarken: des BMW. Spricht irgendetwas dagegen, daß sich die Bayern endlich auf ihre Geschichte besinnen und zu ihren preußischen Wurzeln zurückkehren ?

Posted by Sebastian @ 06:55 AM CET

Monday, March 22, 2004

Vor einigen Tagen bekam ich sehr eigenartige Post. War die Gestaltung dieser Einladung nur unüberlegt, oder ist dies eine neue Art, provokativ Aufmerksamkeit zu erregen ?

Posted by Sebastian @ 04:10 PM CET

Sunday, March 21, 2004

Der neueste Aufbau hat ein interessantes Sonderthema: Antisemitismus in Israel. Dabei geht es nicht um das bekannte Araber-Problem. Sehr viel heftigere Antisemiten sind die Zuwanderer aus dem Gebiet der ehemaligen Sowjetunion, die gar nicht jüdischer Abstammung sind. Inzwischen stammen 20 % der israelischen Staatsbürger aus den sowjetischen Nachfolgestaaten. Offiziellen Schätzungen zufolge sind 300.000 davon vollkommene Nichtjuden und entweder als Angehörige von Juden oder durch gefälschte Papiere eingewandert. Mit diesen kam auch der Antisemitismus aus Osteuropa, der sich heute in zunehmendem Maße durch verbale und tätliche Übergriffe, durch Friedhofsschändungen und entsprechendes Graffiti sowie durch Internetseiten wie die der „Weißen Union Israels“ kundtut.
Staatlicherseits wird das Problem unter den Teppich gekehrt: Entweder schweigen staatliche Stellen dazu, oder sie marginalisieren es. Der Grund für die liberale Einwanderungspolitik gegenüber Immigranten aus Osteuropa ist der Wunsch der israelischen Regierung, vor allem mit diesen das Geburtendefizit gegenüber den arabischen Israeli auszugleichen. Es gibt feste Quoten von Immigranten, die jeder Beauftragte der Jewish Agency erreichen soll, und werden diese unterschritten, so wird der entsprechende Posten gestrichen. Was zählt ist Quantität, nicht die Qualität der Zuwanderer. Würde man Antisemitismus in Israel bestätigen und offen diskutieren, so könnten sich die Zuwandererzahlen verringern. In ihrer panischen Angst vor dieser Entwicklung übersieht die israelische Regierung, daß der gesellschaftliche Zusammenhalt im israelischen Staat durch die Masseneinwanderung von Personen, die dem Judentum desinteressiert oder feindlich gegenüberstehen, vermutlich noch viel schneller eine kaum noch beherrschbare Gefahr erwächst als durch das langsame Ansteigen des arabischen Anteils an der israelischen Bevölkerung.

Posted by Sebastian @ 12:57 PM CET

Saturday, March 20, 2004

Der Kirchenmusiker Arnold Mendelssohn scheint der erste Mendelssohn zu sein, dem eine eigene Homepage gewidmet wird - noch vor Moses, Fanny, Felix oder einem der Bankiers.

Posted by Sebastian @ 11:21 AM CET

Friday, March 19, 2004

Wer noch Entscheidungshilfen zur Frage, ob er die Beer-Ausstellung besuchen soll, braucht, kann sich den Artikel im Tagesspiegel durchlesen. Die Berliner Zeitung erwähnt die Ausstellung auch, nimmt sie allerdings vor allem zum Anlaß, um die Kulturpolitik des Senats scharf zu kritisieren.

Posted by Sebastian @ 08:41 AM CET

Gestern abend wurde die Ausstellung Juden Bürger Berliner über die Familie Beer/Meyerbeer/Richter eröffnet, die auf einer Stiftung der Geschwister Hans und Luise Richter basiert. Wer mich kennt weiß, daß ich nicht der Richtige für eine vernünftige Ausstellungskritik bin, so daß ich nur jedem empfehlen kann, sich selbst ein Bild zu machen. Ich begrüße es aber grundsätzlich sehr, daß die Geschichte des jüdischen Berlins nun wieder im Märkischen Museum präsent ist, da sie im Jüdischen Museum zum fünften Rad am Wagen und zur bloßen Staffage degradiert wurde.
Auch die Besprechung des zur Ausstellung gehörigen Aufsatzbandes möchte ich anderen überlassen. Zur Information sei aber schon jetzt gesagt, daß es sich um eine Sammlung von Biographien handelt, die von Liepmann Meyer Wulff über Amalie und Jacob Herz Beer und deren Söhne Giacomo, Wilhelm und Michael bis hin zu den verschiedenen Richters des 19. und 20. Jahrhunderts reicht. Die Beers sind damit neben den Mendelssohns die erste Berliner jüdische Familie, die so systematisch erforscht wurde. Die Liebermanns, Rathenaus, Mosses und Ullsteins warten bis heute auf eine ähnliche Beachtung. Sehr hilfreich ist das am Ende des Buches aufgenommene Bestandsverzeichnis der Familienstiftung und darin noch einmal besonders die detaillierte Aufschlüsselung des Briefnachlasses. Die ästhetisch ausgesprochen schöne Gestaltung des Bandes mag für den Wissenschaftler zweitrangig sein. Mich als Autor eines der Aufsätze (Jacob Herz Beer) freut sie aber sehr smile

Posted by Sebastian @ 07:52 AM CET

Thursday, March 18, 2004

Herzlich Willkommen beim wiederbelebten Forschungstagebuch. Eigentlich dauerte der Ausfall nur anderthalb Tage, was nicht lang ist angesichts des Umstands, daß meine Leser oft mehrere Tage auf neue Einträge warten müssen. Aber eine Zwangsabschaltung ist doch etwas Anderes, und so bin ich sehr erleichtert, daß dieses Problem gemeistert ist.
Wie bereits erwähnt funktioniert nun auch die Kommentarfunktion wieder, und ich lade alle ein, regen Gebrauch davon zu machen.

Posted by Sebastian @ 03:20 PM CET

Einen angenehmen Nebeneffekt hatte der ganze Trubel: Ich erfuhr, daß es seit letzten Oktober eine Neuversion von Greymatter gibt. Sie enthält nicht nur alle möglichen Smileys rolls eyes, sondern stellt - hoffentlich - endlich die Kommentarfunktion wieder her, die ich in den letzten Monaten so sehr vermißte, weil das Tagebuch ohne sie sehr viel an Lebendigkeit einbüßt. Wenn die Seite am Netz ist, werde ich das gleich einmal ausprobieren.

Posted by Sebastian @ 07:32 AM CET

Im Moment ist das Forschungstagebuch nicht zugänglich, aber ich hoffe, daß sich das bald ändert und dieser Artikel dann "sichtbar" wird.
Gestern morgen erhielt ich eine Email vom Host dieser Seite. Der php-Code der Homepage war zu unsicher, so daß Hacker versuchten, mittels dieses Codes Befehle auf dem Server auszuführen. Zum Glück waren sie damit erfolglos, aber die Seite wurde erst einmal gesperrt. Da saß ich nun mit meinem php-Code, der mir vor Jahren von einem Bekannten weitergegeben wurde und der mir - angesichts meiner vollkommenen Unkenntnis von php - rätselhaft war. Es gab nur zwei Wege: Eine völlige Umprogrammierung der Seite unter Ausschluß von php oder den Versuch, den php-Code soweit zu verstehen, daß ich ihn abwandeln konnte. Ich wählte die zweite Variante. Nach der Lektüre von weitgehend kryptischen php-Handbüchern und Hilfsforen konnte ich dann tatsächlich eine neue - ausgesprochen primitive - Version des Codes erstellen, die im Probebetrieb auch funktionierte. Jetzt warte ich noch auf die Bestätigung durch meinen Host. Falls die kommen sollte, so wird das Forschungstagebuch bald wieder im Netz sein.

Posted by Sebastian @ 07:25 AM CET

Saturday, March 13, 2004

Ich werde mich für die nächste Port Jews-Konferenz in Kapstadt/Südafrika bewerben, die Anfang Januar 2005 stattfinden wird. Falls es weitere Interessenten gibt: Der Ausschreibungstext findet sich hier.

Posted by Sebastian @ 07:03 AM CET

Wednesday, March 3, 2004

Als Nebenprodukt meiner letzten Rezension ist die Homepage zum Sonderarchiv Moskau jetzt um das komplette Verzeichnis eines weiteren Fonds - Fonds 716, Synagogengemeinde Bromberg - reicher geworden.

Posted by Sebastian @ 08:02 AM CET

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