Archiv für April 2003

Tuesday, April 29, 2003

Das Netzwerk Unternehmensgeschichte hat auf seiner vorläufigen Homepage jetzt einen programmatischen Einleitungstext, der allen empfohlen sei, die Näheres über diese Gruppe erfahren wollen.

Posted by Sebastian @ 08:15 AM CET

Der neue Colloquiumsplan vom Prof. Reif, TU, birgt eine Überraschung: Laurenz Demps wird zu Stadt und Staat unter Friedrich Wilhelm II. referieren. Ich muß Herrn Demps bei nächster Gelegenheit einmal dazu interviewen!

Posted by Sebastian @ 06:14 AM CET

Friday, April 25, 2003

Eigentlich bin ich ein großer Liebhaber von Memoirenliteratur. Ich kann aber nur jedem raten, einen großen Bogen um Moritz Lazarus' sogenannte Lebenserinnerungen zu machen. Es handelt sich um eine wirre, kurzatmige, fast schon belanglose Zusammenstellung von Fetzen, Zitaten und Deskriptionen durch die Ehefrau und einen Freund von Lazarus', die für den Historiker fast unbrauchbar und für jeden anderen Leser einfach unlesbar sein dürfte. Nur sozialistische Autobiographien waren langweiliger geschrieben.
Neben Lazarus wirkt Habermas' Strukturwandel der Öffentlichkeit, den ich für das GraKo lese, richtiggehend erfrischend klar und aussagekräftig, auch wenn der Autor seine Abschnitte eigentümlicherweise mit Paragraphen durchnumeriert.

Posted by Sebastian @ 09:39 AM CET

Wednesday, April 23, 2003

Ich hab's geschafft: Zum ersten Mal seit Monaten sind alle Emails abgearbeitet. Mein Posteingang, in welchem eingegangene Emails bis zur Beantwortung verbleiben, ist vollkommen leer - ein unglaublicher Anblick. Es hat fast den Anschein, als gäbe es im Programm einen Fehler.

Posted by Sebastian @ 07:48 PM CET

Kann mir jemand verraten, wie und wo ich das Gesetz Nr. 59 der Militärregierung der britischen Zone finde ?

Posted by Sebastian @ 04:15 PM CET

Den heutigen Vormittag verbrachte ich großteils damit, die erste Version der Homepage des Netzwerks Unternehmensgeschichte fertigzustellen. Die graphische Gestaltung unterblieb bisher, weil sie sich nach dem sich noch in Arbeit befindlichen Logo der Gruppe richten wird. Der vorläufige Platz der Homepage ist hier.
Die Zahl der von mir ermittelten Memoiren und Autobiographien von Mitgliedern der Gesellschaft der Freunde und deren Kindern steigt immer weiter und liegt inzwischen bei 16. In der letzten Woche entdeckte ich, daß aus dem Nachlaß des Freundes und Philosophen Moritz Lazarus gleich zwei Lebenserinnerungen publiziert wurden. Gestern bekam ich von Simone Lässig, die an einer Publikation über die Familie Arnhold arbeitet, den Hinweis, daß Konrad Kellen, der Sohn des Freundes Ludwig Katzenellenbogen, soeben den ersten Teil seiner Erinnerungen veröffentlicht hat. Und gleichzeitig lese ich im Moment Aus meinem Leben, verfaßt vom Direktor der Deutschen Bank und Freund Hermann Wallich.
Leider erwähnte von den oben genannten 16 Freunden neu ein einziger, Aron Hirsch Heymann, die Gesellschaft in seinen Memoiren, dieser dafür umso ausführlicher.

Posted by Sebastian @ 02:16 PM CET

Tuesday, April 22, 2003

Ausdrücklich möchte ich noch auf das neue Bild oben rechts verweisen. Ich nenne es das Johannisthaler Alexandrowka. Selbst Nadja bestätigte mir, daß es wie ein original-russisches Wohnhaus aussieht. Und so schöne Birken ringsum gibt es nicht einmal beim Potsdamer Pendant. Leider steht dieses Gebäude nicht unter Denkmalschutz und wird innerhalb der nächsten Jahre abgerissen.

Posted by Sebastian @ 07:31 AM CET

Von unserem Osterausflug hier die Nachricht aus Muskau, daß die Doppelbrücke, die bis 1945 die östliche und westliche Parkhälfte verband, beinahe wiederhergestellt wurde. Bis zum Frühjahr 2000 präsentierte sie sich zerstört. Dann wurde die Verbindung zur Mittelinsel rekonstruiert. Im letzten Jahr nun wurde ein weiteres Stück fertiggestellt, bis in die Mitte des Neiße-Hauptarms. Ich kann die Fertigstellung kaum erwarten. Übrigens ist Muskau auch sonst einfach zauberhaft !

Posted by Sebastian @ 07:26 AM CET

Thursday, April 17, 2003

Gestern stattete ich der Dokumentensammlung der Stiftung Stadtmuseum einen Besuch ab. Es war dort bei Erschließungsarbeiten ein Bestand Gesellschaft der Freunde aufgetaucht. Leider enthielt er nichts spektakulär Neues, immerhin aber ein weiteres Mitgliederverzeichnis (1900) und einen kurzen Briefwechsel der Gesellschaft mit dem Märkischen Museum, in welchem es um die mögliche Übernahme der Bildersammlung des Vereins durch das Museum ging. Das Museum lehnte letztlich aus Platzgründen ab, die Bilder gingen dann an die Nationalgalerie.
Am Nachmittag hatte ich ein Gespräch mit einen Restitutionsrechtsanwalt, der mir erzählte, daß das Bankhaus Mendelssohn & Co. KG zwar 1938 in Liquidation ging und sein Geschäftsbetrieb zum Ende jenes Jahres an die Deutsche Bank abgab, daß die Liquidation aber bis in die 1950er Jahre andauerte und in den 1990er Jahren erneut aufgenommen wurde. Die zugehörigen Liquidationsunterlagen existieren noch, unter anderem soll es eine ganze Garage (!) voll davon im süddeutschen Raum geben. Auch lassen sich in den Archivbeständen der NS-Behörden noch weit mehr Unterlagen zur Auflösung des Bankhauses finden, als bisher in der Forschung bekannt wurde. Fazit: Es ist höchste Zeit, daß sich ein Historiker dieses Themas annimmt.

Posted by Sebastian @ 07:09 AM CET

Wednesday, April 16, 2003

Der gestrige Tag verging wie im Fluge mit Lektüre, Korrespondenz, Koordination und Vorbereitung, wobei die AG Jägerstraße die meisten Zeit in Anspruch nahm. Daneben aber wurde ich eingeladen zur Minerva Summer School, die vom 6.-18. Juli im Leipzig stattfinden wird und die übernationale, europäische Dimension der jüdischen Geschichte bearbeiten soll. Zunächst wußte ich gar nicht, wie ich zu der Einladung kam, da ich ein sehr regionalorientiertes Thema bearbeite. Die Organisatorin, die ich daraufhin anrief, meinte aber, daß es durchaus Anknüpfungspunkte gebe und ich mich bei Interesse ruhig bewerben solle.
Außerdem las ich gestern eine interessante Diplomarbeit über den Deutsch-Israelitischen Gemeindebund. Leider mußte ich registrieren, daß der Bund anfangs, 1869-1882, in Leipzig seinen Sitz hatte (bevor er dann nach Berlin zog) und damit für mich, der ich mich auf die Berliner jüdischen Vereine bis 1870 konzentrieren möchte, nicht in Betracht kommt. Es ist dennoch ausgesprochen erfrischend, wenn auch andere Leute Vereine erforschen. Bei solchem Lesestoff fühle ich mich wie ein Fisch im Wasser.

Posted by Sebastian @ 08:52 AM CET

Tuesday, April 15, 2003

Gestern konnte ich im Archiv des Centrum Judaicum weitere Belege dafür finden, daß auch zum Christentum übergetretene Juden (oder, wie sie seinerzeit polemisch von ihren jüdischen Zeitgenossen genannt wurden, beschnittene Christen) ausgesprochen jüdische Vereine durch ihre Mitgliedschaft unterstützten. Im Mitgliedsverzeichnis des Vorschußvereins für hilfsbedürftige Mitglieder der jüdischen Gemeinde Berlin zum Beispiel finden sich die Namen M. D. Volkmars, der Brüder Oppenfeld und Paul Mendelssohn-Bartholdys. Vor allem die Mitgliedschaft des letzteren ist bemerkenswert, ließ ihn doch sein Vater Abraham schon im Kindesalter taufen, und dennoch gehörte Paul dem genannten jüdischen Verein bis zu seinem Tode an.

Posted by Sebastian @ 06:36 AM CET

Friday, April 11, 2003

Den gestrigen Tag verbrachte ich vor allem mit der Vorbereitung meines Kurzreferats für die heutige Tagung der AG Wirtschaftnetzwerke und für den Entwurf einer Homepage für ebendiese AG. Ich habe mich vor knapp einem Jahr zu dieser Homepage bereiterklärt, aber abgesehen von der Zeitfrage, die mir eine solche Zusage heute nicht mehr erlauben würde, macht mir dieses Basteln immer wieder Spaß.
Die heutige Tagung gefiel mir sehr, und daß bedeutet viel angesichts des Umstands, daß ich sonst ein ziemlicher Tagugngsmuffel bin. Es mag merkwürdig klingen, aber ich blühe richtig auf, wenn ich einen Tag lang Diskussionen über Aktiengesellschaftsrecht, kaufmännische Ehre, Handlungsbücher und die Zuständigkeiten eines Prokuristen verfolge, wenn Namen wie Sobernheim, Goldschmidt, Hagen oder Katzenellenbogen durch die Luft schwirren und BWL-, VWL- und wirtschaftsjuristisches Wissen fast mit der Hand zu greifen ist.
Abgesehen von diesen atmosphärischen Annehmlichkeiten wirkte es sehr belebend, daß jeder nur 15-20 Minuten sprach, woran sich jeweils 15-20 Minuten Diskussion anschlossen. In dieser konzentrierten Form wurde jedes Thema interessant, obwohl der Rahmen "Wirtschaftsgeschichte" ein ausgesprochen weiter sein kann. Hier das Programm:
* Kilian Steiner (München): Unternehmensgeschichte der Loewe AG 1923-1962
* Christiane Eifert (Berlin): Datenbank Unternehmerinnen
* Christof Biggeleben (Berlin): Kaufmannsehre und Kaufmannsrecht
* Martin Münzel (Bielefeld/Mainz): Überlegungen zum Selbstbild der Wirtschaftselite und zur Problematik betrieblicher Mitbestimmung in Aktiengesellschaften
* Dorothea Schmidt (Berlin): Die Wirtschaftsgruppe Einzelhandel (1935-45) und ihre Vorläufer
* Florian Laudan (Berlin): Wirtschaftsskandale als Auslöser institutionellen Wandels - Eine Untersuchung am Beispiel des Schultheiss-Patzenhofer-Skandals
* Sebastian Panwitz (Berlin): Einbindung jüdischer Unternehmer in das Netz Berliner jüdischer Vereine
* Angelika Epple (Hamburg): Die Schokoladenindustrie in Deutschland im 19. und 20. Jahrhundert
* Sonja Schwanenberg (Berlin/Oxford): Die wirtschaftliche Ausbeutung des Generalgouvernements durch das Deutsche Reich 1939-1945

Nun ist aber auch die angenehmste Tagung erschöpfend, und so freue ich mich auf ein sonniges und erholsames Wochenende.

Posted by Sebastian @ 09:13 PM CET

Wednesday, April 9, 2003

Das Demps-Colloquium wurde auf Montag, 16-18 Uhr verlegt, was sich bei mir mit dem Graduierten-Kolleg in Potsdam überschneidet. In der Planungsabteilung der HU muß das absolute Chaos herrschen.

Posted by Sebastian @ 09:20 PM CET

Die Extraktion eines Backenzahns am Montag, deren Vorbereitung in der vorhergehenden Woche und die sich anschließende Heilung der Wunde kosteten und kosten mich etliches an Kraft und Arbeitszeit. Gestern hoffte ich bereits, wieder ins Arbeitsleben zurückkehren zu können, übernahm mich aber mit zehn Emails, neun Telephonaten und zwei Bibliotheksbesuchen. So mußte ich den für heute vormittag geplanten Archivbesuch absagen und mich stattdessen erneut ausruhen. Nun, ich hoffe, daß die Heilung dennoch stetig vorwärts geht, und werde in dieser Zeit vor allem zu Hause und mit Pausen arbeiten.
Vom Amtsgericht Schöneberg kam gestern eine positivere Antwort. Die Nachlaßakte Otto von Mendelssohn Bartholdy enthalte zwar auch Unterlagen neueren Datums, so daß ohne Zustimmung der Beteiligten Akteneinsicht nicht gewährt werden kann. Falls erforderlich, können wir jedoch ein Schreiben von Ihnen an einen Beteiligten weitergeben. Das ist doch ein wirklich freundliches Angebot, daß ich natürlich annehmen, da es sich bei Otto nicht um einen der vielen Angehörigen des Mendelssohn-Clans, sondern auch um ein Mitglied der Gesellschaft der Freunde handelt.
Hier gibt's Neues aus der Jüdischen Gemeinde Berlin.
Und schließlich möchte ich meinen treuen Lesern nicht vorenthalten, daß ich in der vergangenen Woche nach langer Wartezeit endlich die Wappen der drei nobilitierten Familienzweige der Mendelssohns in den Händen hielt. Der Reihenfolge nach handelt es sich um Franz von Mendelssohn, Ernst von Mendelssohn-Bartholdy und Otto von Mendelssohn Bartholdy (siehe oben). Man beachte, wie prominent überall das Mendelssohnsche Familientier, der wachende Kranich mit dem Stein in der Kralle, vertreten ist.

Posted by Sebastian @ 11:53 AM CET

Friday, April 4, 2003

Mit meiner, oder besser: unserer Steuererklärung bin ich gestern schon sehr weit gekommen, so daß heute nur noch ein paar kleine Ergänzungen notwendig sein werden, um sie fertigzustellen. Damit ist wieder ein Punkt auf der nie endenden Liste abgehakt. Ansonsten stehen für heute Bibliotheksbestellungen, Emails und Lektüre in der Vossischen Zeitung auf dem Programm.
Übrigens scheint mein Forschungstagebuch jetzt in Ostasien populär zu werden. Nach Japan und Korea wurde es in den letzten Tagen gleich zweimal von China aus besucht !

Posted by Sebastian @ 05:34 AM CET

Tuesday, April 1, 2003

Ach ja, noch eines: Das Forschungstagebuch hatte gestern seinen ersten Besucher aus Südkorea. (Das ist kein Aprilscherz !)

Posted by Sebastian @ 07:27 PM CET

Heute gelang mir im GStA endlich wieder einmal ein richtiger Fund. Anfang der 1840er Jahre traf sich in Berlin ein Zirkel, der mehrheitlich aus Studenten bestand und sich durch Vorträge und Diskussionen gegenseitig über jüdische Religion und Wissenschaft belehren wollte. 1842 fing die österreichische Polizei einen an ein Mitglied in Wien gerichteten Brief ab und fragte beunruhigt in Berlin nach, ob da eine Studenten-Geheimverbindung entstanden sei. Dadurch wurde ein Prozeß von Untersuchungen und Vernehmungen in Gang gesetzt, durch den dieser Zirkel, der an sich weder über eine Satzung, noch über einen Vorstand verfügte, sich aber doch Verein nannte, überhaupt aktenkundig wurde. Ohne die österreichische Postüberwachung wüßte heute niemand mehr von diesem Verein, der sehr gut zum Verein für Cultur und Wissenschaft der Juden und zum Culturverein paßt und mit diesen jetzt eine eigene Vereinskategorie bildet. Da ich mich ziemlich lange mit dieser Beinahe-Organisation beschäftigt habe, werde ich morgen vormittag noch einmal ins GStA gehen und mich dann am Nachmittag der Steuererklärung zuwenden.

Posted by Sebastian @ 07:24 PM CET

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