Archiv für June 2004

Saturday, June 26, 2004

Da es mich bei dem Wetter nicht nach draußen zieht, komme ich endlich dazu, mir das Buch über den Cladower Schwanenwerder durchzulesen. Es ist wunderschön bebildert, und wenn es auch eine kunsthistorische Schlagseite hat, enthält es doch genügend Informationen und Beiträge, um den Historiker gleichfalls zu entzücken. Und für mich besonders interessant: Von den ca. zehn großen Hauptgrundstücken der Insel befanden sich sechs im Besitz der Freunde Berthold Israel (Kaufhaus Nathan Israel), Eduard Mosler (Disconto-Gesellschaft), Arthur Salomonsohn (Disconto-Gesellschaft), Oscar Schlitter (Deutsche Bank), Walter Sobernheim (Schultheiß-Patzenhofer und Ostwerke) und Georg Solmssen (Deutsche Bank). Zudem bewohnte Oscar Wassermann (Deutsche Bank) eine der weiteren Villen für einige Jahre zur Miete.

Posted by Sebastian @ 11:19 AM CET

Es gibt viel zu selten Bilder an dieser Stelle. Daher jetzt ein Fund aus einer Postkartensammlung, die mir ein Freund vermacht hat: die Preußische Staatsbibliothek Unter den Linden zu Weimarer Zeiten. Man beachte die Wagen rechts unten. Links stehen schon Autos, sie sind aber nicht so gut zu erkennen. Versandt wurde die Karte 1929.

Posted by Sebastian @ 08:02 AM CET

Thursday, June 24, 2004

Heute bin ich wieder gut in meinem Text weitergekommen. Ich bin allerdings ein wenig unschlüssig: Soll ich die juristischen Entwicklungen im Detail darstellen ? Das ist an sich sehr spannend, aber auch komplex, und nicht jeder Leser wird sich für die Feinheiten von Verwaltungsanordnungen und Rechtsfindung und Strukturänderungen interessieren. Nun ja, ich schreib einfach fleißig, und zur Not muß für die Druckfassung alles vereinfacht werden.

Heute gab es eine Premiere. Es meldete sich zum ersten Mal ganz von selbst ein Nachkomme eines Mitglieds der Gesellschaft der Freunde und zwar von Willy Liebermann von Wahlendorf. Ich hatte einmal erfolglos versucht, die Familie dieses Freundes zu ermitteln, und heute nun erhalte ganz unerwartet die Email einer Urenkelin, die durch meine Homepage auf mich gestoßen war und ein paar familiengeschichtliche Fragen hatte. Vielleicht passiert mir das jetzt öfter, und ich stoße doch noch auf ein paar interessante Zusatzinformationen zur Gesellschaft in Privatnachlässen, nach denen ich so lange vergeblich gesucht hatte.

Posted by Sebastian @ 08:44 PM CET

Wednesday, June 23, 2004

Manch Leser wird sich vielleicht erinnern, daß ich vor einigen Wochen an dieser Stelle nach dem Schicksal einiger Privatbanken fragte. Jetzt erhielt ich eine sehr freundliche Zuschrift der Dresdner Bank mit der Auskunft, daß Lazard Speyer-Ellissen 1934 in Liquidation gingen (ohne Firmennachlaß) und Schwarz, Goldschmidt & Co. mehrteilig zu Danat-Bank gehörten, 1932, nach der Insolvenz der Danat-Bank, zunächst von der Dresdner Bank übernommen und im gleichen Jahr an das Berliner Bankhaus E. J. Meyer übertragen wurde. Schwarz, Goldschmidt & Co. war von Jacob Goldschmidt mitbegründet worden, der dann zur Darmstädter Bank wechselte, diese in die Fusion mit der Nationalbank für Deutschland führte und die neue Danat-Bank zu einer der größten deutschen Banken machte, bis sie im Juli 1931 aufgrund riskanter Kreditpolitik zusammenbrach und anschließend mit der Dresdner Bank vereinigt wurde.

Gestern traf ich mich zudem mit Professor Hans H. Lembke (FH Brandenburg), der zum Bankhaus Wilhelm Kuczynski forscht. Er konnte auf der Grundlage von Handelsregister- und Grundbuchakten sowie von Privatüberlieferung und Zeitungen ein erstaunlich umfassendes Bild dieses Unternehmens und seiner Führungspersönlichkeiten rekonstruieren, obwohl die Bank zur Mittelklasse der Branche gehörte und es keinen Firmennachlaß gibt. Möge es noch viele solcher Forschungen geben !

Posted by Sebastian @ 09:55 AM CET

Tuesday, June 22, 2004

Meine ewiges Schweigen an dieser Stelle hatte weniger den Grund, daß nichts passierte, sondern daß ich nicht dazu kam, meine Leser auf dem Laufenden zu halten. Daher jetzt wenigstens eine Zusammenfassung: Für den letzten Abschnitt meiner Dissertation habe ich jetzt - hoffe ich - die wesentlichen Gesetze zusammengesammelt und mit der Niederschrift begonnen. Die Sache ist für mich doppelt schwierig, weil ich mich einerseits mit der Nachkriegszeit nicht wirklich gut auskenne und weil es sich andererseits um eine Gerichtssache handelt und meine Jurakenntnisse ebenfalls beschränkt sind. Aber gut, man wächst mit den Herausforderungen, und interessant ist dieses Problem allemal.

Ansonsten gibt es wieder eine Neuigkeit in der Jüdischen Gemeinde: Die Berliner Morgenpost meldet, daß Benno Bleiberg von seinem Amt als stellvertretendes Vorstandsmitglied zurückgetreten ist. Die Gründe dafür wolle Bleiberg auf der morgigen RV-Sitzung ausführlich darlegen.

Posted by Sebastian @ 10:39 AM CET

Sunday, June 13, 2004

Den ganzen gestrigen Sonnabend verbrachte ich auf der Arbeitstagung des Netzwerks Unternehmensgeschichte. Der Schwerpunkt lag auf der Vorbereitung der für Anfang Oktober geplanten Tagung über "Arisierung" in Berlin. Daneben stellten einige Teilnehmer den neuesten Stand ihrer Projekte vor.
Es erstaunt mich jedes Mal aufs Neue, wie angenehm und richtiggehend hinreißend diese Tagungen im Kreis von Wirtschaftshistorikern immer wieder für mich sind. Einer der Hauptgründe ist wohl die Art, wie argumentiert und diskutiert wird: einerseits vorsichtig und abwägend, andererseits fundiert und aussagekräftig, und dabei stets pragmatisch.

Posted by Sebastian @ 02:06 PM CET

Thursday, June 10, 2004

Mit der Auflösung des jüdischen Vereinswesens bearbeite ich gerade den letzten Abschnitt der Zeit vor 1945. Dabei fiel mir auf, daß genau heute vor 61 Jahren die 1939 per Gesetz geschaffene Reichsvereinigung der Juden in Deutschland als letzter jüdischer Verein in Deutschland aufgelöst wurde. Jetzt muß ich nur noch schauen, welches die einschlägige Literatur zur Reichsvereinigung ist, dann gibt's eine Pause, und dann geht's in die Nachkriegszeit.

Posted by Sebastian @ 01:03 PM CET

Monday, June 7, 2004

Mit den Portraits von Kurzmeyer, von Mendelssohn und Kempner bin ich gut vorangekommen. Knapp vier Seiten sind es bisher geworden. Sehr hilfreich sind mir dabei die Interviews mit Mendelssohn-Nachkommen, die ich vor zwei Jahren führte. Morgen steht wieder einmal das LAB auf dem Plan, und dann sollte ich dieses Kapitel auch abschließen können, um mich endlich der Nachkriegszeit zuzuwenden.

Posted by Sebastian @ 09:26 PM CET

Paul Kempner, Teilhaber von Mendelssohn & Co., den ich als eines meiner Fallbeispiele ausgewählt habe, ist bisher von der Forschung noch nicht näher untersucht worden. Ich fand aber heraus, daß er stellvertretender Vorsitzender der Friedrich-List-Gesellschaft war. Dieser Wirtschaftsverein, der sich 1935 selbst auflöste, hat eine Nachfolgerorganisation, die List-Gesellschaft. An sie ging soeben eine Email - mal sehen, ob ich von dort interessante Zusatzinformationen über Paul Kempner bekommen kann.

Posted by Sebastian @ 12:53 PM CET

Saturday, June 5, 2004

Nun noch mein Report zu Freitag: Die Mitgliederauswertung zu 1933-1945 ist fertig. Als nächstes kommen die vier Einzelfallbeispiele. In den letzten Tagen erreichten mich zudem weitere Rückmeldungen von Unternehmen: Die Commerzbank schickte eine Liste von Informationen, die Dresdner Bank kündigte an, daß mir das Ergebnis ihrer Recherchen bald zugehen wird, und die Lufthansa sandte mir eine ganze Kopiensammlung von Dokumenten zu ihrem verstorbenen Ehrenpräsidenten Kurt Weigelt. Ist es nicht wunderbar, wenn mir so viele verschiedene Menschen bei der Fertigstellung meiner Arbeit helfen ?

Posted by Sebastian @ 04:16 PM CET

Friday, June 4, 2004

Soeben habe ich die Studiengebühren der Universität Potsdam für das Wintersemester 2004/2005 überweisen. Sie setzen sich wie folgt zusammen:
119,00 € Semesterticket,
51,00 € Immatrikulations- und Rückmeldegebühr (die bekannten 100 DM),
5,11 € Verwaltungsgebühr,
40,00 € Studentenwerksgebühr,
10,00 € Studierendenschaftsgebühr.
Man beachte, daß das Semesterticket für den gesamten VBB gültig ist. Eine einfache AB-Monatskarte kostet in Berlin zur Zeit 64 Euro. Mit dem Semesterticket fahre ich für weniger als zwei Berlin AB-Monatsraten durch ganz Brandenburg-Berlin. Die dem Semesterticket gleichwertige VBB-Gesamtnetzkarte kostet im Halbjahr 732 Euro.

Posted by Sebastian @ 07:11 AM CET

Thursday, June 3, 2004

Der Abschnitt über die Schicksale der Mitglieder zwischen 1933 und 1945 ist doch schwieriger zu fassen, als ich dachte. Zunächst mußte ich noch ein paar Vereinheitlichungen an meiner Datenbank vornehmen, um die quantitative Auswertung zu ermöglichen. Und nun stellt sich die Frage, wie ich der Sache eine Aussage gebe, die über die bloße Präsentation der Zahlen hinausgeht. Vermutlich werde ich vier Einzelfälle auswählen, was aber wiederum Nachrecherchen erfordert. Mein schöner Zeitplan !!!

Posted by Sebastian @ 11:37 AM CET

Wednesday, June 2, 2004

Kleine Zusammenfassung für gestern: Ich habe meine Personenrecherche für vorläufig beendet erklärt. Zwar kamen bisher nur wenige der erhofften Antworten zurück, aber die Zeit drängt. Falls noch etwas nachgereicht wird, kann ich es immer noch problemlos integrieren. Gestern jedenfalls schrieb ich den Text über die Massenaustritte zwischen 1933 und 1935. Drei Seiten, mit denen ich recht zufrieden bin, sind das Ergebnis. Heute mache ich mich an den nächsten Personalteil: das Schicksal der Mitglieder zwischen 1933 und 1945.

Posted by Sebastian @ 08:23 AM CET

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