Archiv für November 2004

Friday, November 19, 2004

Vor drei Wochen hielt ich auf einer Konferenz in Potsdam einen Vortrag über Wohltätigkeit und Mäzenatentum bei Joseph Mendelssohn. Da die Vorträge publiziert werden sollen, begann ich gleich an jenem letzten Oktoberwochenende, den Text auszuformulieren, doch die Ausstellungsvorbereitung unterbrach diese Arbeit bald. Am Mittwoch nun konnte ich den Aufsatz fertigstellen. Lediglich ein paar Fußnoten sind noch zu vervollständigen.
Auch wenn mein Alltag jetzt wieder ruhiger verläuft, gibt es doch noch immer Etliches für die Ausstellung zu tun. So waren Nachbesserungen an der Hörstation nötig (gestern), mußten Abrechnungen umgebucht und Vorabsprachen zur Verwendung der Ausstellung nach dem regulären Schließungsdatum getroffen werden (heute).
Zwischendurch war ich zudem im GStA - zum ersten Mal seit Monaten. Es ist ein gutes Gefühl, diese Räume wieder zu betreten. Allerdings führte mich nicht die Dissertation, sondern ein Werkauftrag dorthin, den ich mir an Land gezogen hatte, als ich noch vom Abschluß meiner Dissertation im Oktober ausging.

Ansonsten gibt es die Neuigkeit, daß der Aufbau, die bisher in New York angesiedelte Zeitung deutsch-jüdischer Emigranten, die ab März diesen Jahres wegen Zahlungsunfähigkeit nicht mehr erscheinen konnte, ab 2005 als Monatsmagazin erscheinen soll. Die Verlagsrechte, die bislang beim Aufbau-Trust lagen, wurden von der in Zürich ansässigen Jüdische Medien AG übernommen, die auch das Wochenmagazin tachles und das Monatsmagazin revue juive herausgibt. Die erste Ausgabe werden die ehemaligen Abonnenten kostenlos erhalten. Nun, mal sehen - irgendwie bin ich recht skeptisch.

Posted by Sebastian @ 10:11 PM CET

Tuesday, November 16, 2004

Regina Scheer, die durch ihren faszinierenden, autobiographisch beeinflußten Forschungsbericht Ahawa. Das vergessene Haus. Spurensuche in der Berliner Auguststraße (1992) bekannt wurde und vor kurzem das Buch Im Schatten der Sterne (2004) über die Widerstandsgruppe um Herbert Baum veröffentlichte (siehe Rezension in der Berliner Zeitung), arbeitet jetzt an einem neuen Projekt: Die Geschichte der Familie Liebermann.
Die Liebermanns, Kaufleute, Textilfabrikanten, Natur- und Geisteswissenschaftler und Künstler, von denen mindestens 29 der Gesellschaft der Freunde angehörten, wurden viel zu lange ignoriert und auf Max Liebermann reduziert. Regina Scheer wird die Entwicklung der Familie von der alten Heimat in Märkisch-Friedland über die Blütezeit in Berlin bis zur Emigration oder Ermordung nachzeichnen, einen Bogen, der sechs Generationen überspannt und der weit mehr Geschichten zu bieten hat als den schrulligen Maler am Pariser Platz. Die engen Verknüpfungen mit den Reichenheims, Rathenaus und Levinsteins bleiben dabei nicht unbeachtet.
Selbstverständlich kann ein Buch nicht alle Versäumnisse der historischen Forschung nachholen und sämtliche Fragen zu solch einer großen Familie klären. Aber nichtsdestotrotz steht zu erwarten, daß Regina Scheer ein ebenso gut recherchiertes wie spannend geschriebenes Buch vorlegen wird.

Posted by Sebastian @ 12:47 PM CET

Monday, November 15, 2004

Eine große Entschuldigung an alle, die schon lange auf einen Eintrag an dieser Stelle oder auch auf eine Email von mir warten. Jetzt kann ich all die noch viel besser verstehen, die in den Wochen vor einer Ausstellungseröffnung keinerlei, aber wirklich keinerlei zeitlichen Spielraum mehr haben und nur noch überlegen, wie sie die größten Probleme lösen und die gefährlichsten Katastrophengefahren entschärfen.
Letztlich lief bei uns jedoch - von Kleinigkeiten abgesehen - alles gut. Die verbliebenen Mängel werden in den nächsten Tagen behoben oder fallen nur sehr selten auf. Daher die Einladung an alle:


Die Mendelssohns in der Jägerstraße. Ausstellung in der Remise des Mendelssohn-Stammhauses Jägerstraße 51. Öffnung: 14.11.-12.12.2004, täglich, 12-19 Uhr

Lohnend ist nicht nur der allgemeine Überblick über die Mendelssohn-Geschichte, den die Ausstellung anhand kurzer Texte und vieler Photos bietet. Auch der Raum ist außergewöhnlich. Es handelt sich um eine ehemalige Mendelssohn-Kassenhalle mit glänzenden Granitsäulen und einem Wandelgang, der akkustischen Besonderheiten aufweist, eingebettet in einem 1998 recht geschmackvoll restaurierten Gebäudeensemble. Der Eintritt ist frei, die Lage zentral (zwischen Gendarmenmarkt und Schauspielhaus) - Herzlich Willkommen !

Posted by Sebastian @ 07:41 AM CET

Tuesday, November 2, 2004

Die Antwort kam prompt:
Aus organisatorischen Gründen ist die Abteilung Corporate History der HVB Group (inkl. Historisches Archiv) vom 1. Oktober 2004 bis 31. März 2005 für Besucher/Nutzer geschlossen. In dieser Zeit ist die Beantwortung von Anfragen nicht möglich. Wir bitten hierfür um Verständnis.
Sechs Monate Schließzeit ! Ein Glück, daß es mit meiner Anfrage nicht eilt.

Posted by Sebastian @ 05:33 PM CET

Folgende Information findet sich auf den Seiten der Hypovereinsbank:
1922 schließt die Bayerische Vereinsbank einen Freundschaftsvertrag mit dem Berliner Bankhaus Mendelssohn & Co. Beide Partner versprechen sich dadurch eine Erweiterung ihrer Geschäftsmöglichkeiten. Mendelssohn übernimmt eine größere Beteiligung an der Bayerischen Vereinsbank und diese beteiligt sich im Gegenzug an drei Mendelssohn-Firmen.
Das waren noch Zeiten, als sich ein Berliner Privatbankhaus mitten in der Hyperinflation an einer großen Aktienbank beteiligte. Welche Hintergründe zu diesem Engagement führten und wie lange es andauerte, ist der Notiz nicht zu entnehmen, aber ich habe sofort eine Anfrage an die Bank abgesandt.

Posted by Sebastian @ 04:48 PM CET

Monday, November 1, 2004

Am 17. Oktober 2004 starb plötzlich und vollkommen unerwartet Robert-Alexander Bohnke, Klavierpädagoge, Pianist und Enkel Franz von Mendelssohns. Er war ein reizender, zauberhafter Mensch, die beste Verkörperung der Mendelssohn-Familie, und ich bin sehr froh, daß ich ihn kennenlernen konnte.

Posted by Sebastian @ 09:09 AM CET

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