03/10/2002 Eintrag: "Krankheit"

Während der letzten zwei Tagekam ich krankheitsbedingt nicht zum Arbeiten. Aber eine Information vom vergangenen Freitag kann ich jetzt nachholen. Ich fragte bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), die im Gebäude der Berliner Handels-Gesellschaft am Gendarmenmarkt arbeitet, nach, ob es möglich wäre, mit einer Gruppe Interessierter das Gebäude zu besichtigen. Dieses Anliegen wurde von der Pförtnerin kategorisch abgelehnt. Es gebe desöfteren solche Anfragen, das Haus sei aber nie zugänglich - auch nicht am Tag des offenen Denkmals, auch nicht, wenn die Anfrage im Rahmen einer Universitätslehrveranstaltung gestellt werde. Ist das nicht ärgerlich ? Sollte also einer meiner verehrten Leser Kontakte zur Leitung der KfW haben, so könnte man die hohen Herren vielleicht umstimmen.
Allerdings fand ich auf der Homepage die Information, daß die KfW in ihrer Berliner Niederlassung ihr Historisches Archiv untergebracht hat. Vielleicht wäre das ja eine Einstiegsmöglichkeit...

Abgesehen davon habe ich heute voller Überraschung entdeckt, daß Arthur Hobrecht seit 1878 Mitglied der Gesellschaft der Freunde war ! Das ist wirklich eine Überraschung, weil ansonsten die ersten Mitglieder ohne jüdischen Hintergrund erst in den 1920er Jahren eintraten. So gehörte der Gesellschaft also schon zu tiefsten Kaiserzeiten ein Preußischer Finanzminister und ehemaliger Oberbürgermeister Berlins an - unglaublich.

Kommentare

Um 1900 waren schon etliche Finanzgrößen in der Gesellschaft vertreten, z. B. Carl Fürstenberg, die Mendelssohns, Arthur von Gwinner (Sprecher des Vorstandes, d. h. Chef der Deutschen Bank) usw. Aber auf Bismarcks Entscheidung, wer sein neuer Finanzminister wird, dürfte das wenig Einfluß gehabt haben. Hobrecht wurde im März 1878 Mitglied der Gesellschaft. Ich weiß noch nicht, wann in diesem Jahr er sein Amt als Berliner Oberbürgermeister niederlegte und in den Dienst Preußens wechselte.

Sebastian || 10/06/2002 08:57 AM CET

In die KfW kommt man vermutlich nur über eine direkte Anfrage bei der Geschäftsführung, eventuell auch nur mit offiziellem Briefkopf auf dem anfragenden Anschreiben :-(

Was Du alles herausbekommst! Vielleicht mußte A. Hobrecht ja Freund werden, als er Finanzminister wurde? Aber vor 1900 war die GdF noch kein Hochfinanzsammelbecken, oder?

Benedikt || 10/03/2002 11:22 PM CET

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