30/08/2005 Eintrag: "Weißensee"

Wie die heutige Berliner Zeitung berichtet, hat Klaus Wowereit, Berlins Regierender Bürgermeister, vorgeschlagen, daß der Bund den jüdischen Friedhof in Weißensee übernehmen sollte, ein Vorschlag, der auf volle Unterstützung von seiten des Gemeindevorsitzenden Albert Meyer und des Direktors der Stiftung Centrum Judaicum Hermann Simon erhält.

Dagegen spricht sich allerdings Günter Nooke, Alt-DDR-Bürgerrechtler und CDU-"Kulturexperte", aus, der meint, die Gemeinde sollte sich an christlichen Kirchen orientieren, die sich im wesentlichen selbst für bedeutende Gotteshäuser engagierten.

Da haben wir also wieder einen Politiker, dessen Erinnerung die Zeit 1933-1945 offensichtlich nur sehr selektiv wiedergibt und die psychische und physische Vernichtung des deutschen Judentums vollkommen ausklammert. Grundsätzlich gehöre ich zu denen, die davor warnen, den Begriff der "Verantwortung des deutschen Volkes gegenüber dem Judentum" übermäßig zu beanspruchen. Aber das setzt doch voraus, daß bestimmte Selbstverständlichkeiten von allen relevanten politischen Gruppierungen akzeptiert werden.

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