LebensdatenGeboren: 20.05.1844 in Berlin (Taufe: 16.06.1844).
Gestorben: 22./23.06.1863 in Berlin oder Dresden
(Grab).
Religion: evangelisch.
Vater: Paul Mendelssohn-Bartholdy (1812-1874).
Mutter: Albertine Heine (1814-1879).
Geschwister: Katharine (1846-1906), Ernst (1846-1909), Gotthold (1848-1903), Fanny (1851-1924).
Unverheiratet, keine Kinder.
Von Elke von Nieding.
Pauline Felicia Henriette Mendelssohn-Bartholdy war das erste lebende Kind
von Paul Mendelssohn-Bartholdy und seiner Frau Albertine. In den folgenden Jahren
bekam sie vier Geschwister. Ihr Vater, der jüngste Sohn Abraham Mendelssohn
Bartholdys und Bruder des Komponisten
Felix, war ein sehr erfolgreicher Privatbankier. Er führte zusammen mit seinem Vetter
Alexander das familieneigene Bankhaus in der
Jägerstraße zu internationaler Bedeutung.
Die Familie lebte, eingebunden in einen großen lebhaften Familienclan, in
großbürgerlichem Rahmen, zuletzt in der Französischen Straße 35. Es ist
anzunehmen, daß die Kinder, zu denen ab 1853 noch Karl und Paul, die verwaisten
Söhne von Felix und Cécile Mendelssohn Bartholdy hinzukamen, alle
Bildungschancen ihrer Zeit nutzen konnten. Bestimmt gehörte Musikunterricht dazu.
Es wurde relativ viel gereist, ins Bad, nach Leipzig und Dresden, in die Schweiz, und den
Winter 1858/59 verbrachte die ganze Familie in Rom. Am 20. März 1861 wurde
Pauline konfirmiert.
Im Juni 1863 starb Pauline. Der plötzliche Tod der 19jährigen wird in Briefen
beklagt, über die Umstände wird jedoch wenig bekannt. Unklar ist das Todesdatum:
Im Kirchenbuch der evangelischen Dreifaltigkeitsgemeinde steht unter dem 22. Juni,
daß Pauline in der Französischen Straße gestorben sei, als Todesursache
wird Unterleibsentzündung angegeben. Auf ihrem Grabstein ist zu lesen, daß sie
am 23. Juni in Dresden verstorben sei. Für diese Daten spricht ein entsprechender
Eintrag im "Geburtstagsbuch" ihrer Mutter.
Begraben wurde das junge Mädchen bereits am 25. Juni neben ihren berühmten
Verwandten Felix und Fanny im Familiengrab auf dem Dreifaltigkeitsfriedhof vor dem
Halleschen Tor.
Zur bleibenden Erinnerung an die so jung Verstorbene ließen die Eltern ihr Bildnis
posthum von dem bekannten Maler Julius Schrader (1815-1900) anfertigen. In einen
prunkvollen Goldrahmen gefaßt, war es wie ein Epitaph Blickfang im Wohnraum in der
Französischen Straße.
Dieses Gemälde ist eines der wenigen Stücke aus der einstmals bedeutenden
Gemäldesammlung Paul Mendelssohn-Bartholdys, das den zweiten Weltkrieg überstanden
hat. Nachkommen Gotthold Mendelssohn-Bartholdys, Prof. Dr. Herbert und Frau Leonie
Mendelssohn-Bartholdy aus Erlangen, schenkten es 1978 der Mendelssohn-Gesellschaft.
Nach umfangreichen Restaurierungsarbeiten unter der Leitung von Prof. Ingo Timm wurde das
Bild als Dauerleihgabe der Mendelssohn-Gesellschaft der Stiftung Stadtmuseum Berlin
übergeben. Dort wird es im Haus des Märkischen Museums im Saal der Berlinerinnen
der Öffentlichkeit als ein liebenswertes Teilstück der Berliner Stadt- und
Familiengeschichte präsentiert.