18/06/2002 Eintrag: "Friedhof"

Ein Nachtrag vom Nachmittag des vergangenen Donnerstags. Mit dem erwähnten Interviewpartner machte ich einen Ausflug auf den jüdischen Friedhof Schönhauser Allee, um mit ihm die Gräber seiner Vorfahren, Joseph und Alexander Mendelssohn zu suchen. Wir fanden sie auch und daneben ein halbes Dutzend anderer großer Namen und Mitglieder der Gesellschaft der Freunde, unter anderem das Familiengrab der Beers, der Liebermanns, der Liebermann Freiherren von Wahlendorfs, der (Itzig) Goldschmidts und das Grab Wilhelm Kopetzkys. Als wir 16 Uhr (pünktlich zur Schließzeit) wieder zum Ausgang kamen, wurden wir von einem verschlossenen Gitter überrascht. Die russisch-jüdischen Friedhofswärter hatten wohl ihren Feierabend verlängert und schon einige Minuten eher den Friedhof verlassen und verschlossen. Ich kletterte über das Tor und rief von der nächsten Telephonzelle die Polizei an, die bald darauf erschien und uns ohne Probleme den Eingang aufschloß. Offensichtlich waren wir nicht die ersten, denen dieses Problem widerfuhr. Daher mein Rat an alle künftigen Besucher dieses Friedhofs: Man sollte ihn spätestens zehn Minuten vor Schließung wieder verlassen !

Ebenfalls am Donnerstag meldete die Berliner Zeitung, daß das Bundesarchivgesetz geändert wird und damit künftig große Teile der NS-Finanzakten der Forschung geöffnet sind. Der Artikel findet sich hier.

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