26/09/2002 Eintrag: "Landesarchiv"

Heute fand ich im Landesarchiv nicht nur die Stadtpläne, die ich suchte (sie werden mir übrigens auf CD gebrannt). Ich las zudem ausgiebig in der Chronik des Vereins zur Verbreitung der Handwerke und des Ackerbaus unter den Juden im Preußischen Staate. Dieser Verein spielt schon im ersten Teil meiner Dissertation eine Rolle, nur wußte ich bisher wenig über seine spätere Geschichte. Diese Lücke ist jetzt - zumindest bis 1898 - so gut gefüllt, daß ich schon überlege, einen eigenen Artikel über diesen Verein und die aktive Rolle, die Joseph und Alexander Mendelssohn in ihm spielten, für die Mendelssohn-Studien zu schreiben. All dies kann und will ich nicht in der Dissertation unterbringen, da wäre es praktisch, einen Teil der Daten auszulagern, so daß ich einfach darauf verweisen kann.
Schließlich erfuhr ich noch vom Chefkartographen des Archivs, daß die Stiftung Stadtmuseum vor ein paar Jahren den Familiennachlaß Beer erwerben konnte und nun auf dieser Grundlage eine Ausstellung plant. Mehrere Beers, darunter der Komponist Jacob Meyer Beer (Giacomo Meyerbeer) waren Mitglieder der Gesellschaft der Freunde, so daß weitere Funde an dieser Stelle möglich sind.
Hinter der Adresse www.meyerbeer.com verbirgt sich übrigens ein Meyerbeer-Fanclub , während www.meyerbeer.de von einem schnöden Café am Kurfürstendamm gekauft wurde.

Kommentare

Jacob Herz Beer wohnte tatsächlich in der Spandauer Straße 72, dort befand sich auch der "Beersche Tempel", der bis 1823 als Ausweichquartier für die umzubauende Gemeinde-Synagoge genutzt und anschließend auf Königsorder geschlossen wurde. Wo sein Sohn Jacob Meyer (Meyer war sein zweiter Vorname) später wohnte, weiß ich noch nicht, aber ich werde es herausbekommen (siehe den heutigen Tagebucheintrag). Gleiches gilt für seine eventuelle Tätigkeit am Königstädtischen Theater, an dem sein Vater als Finanzier mitwirkte, nicht wahr ?

Sebastian || 09/27/2002 09:21 PM CET

Das ist aber lieb vom Chefkartographen, dass er Dir Pläne brennen läßt! Die spannenden Meyer Beers sollen aus der Spandauer 72 (später 36) stammen. Kannst Du das bestätigen :-)?
Mich interesiert Giacommos Besitz der Königstraße 33 Ecke Neue Friedrich 21 (ein Gr., das ebenso wie die NF 35 Deiner GdF über einen riesigen Garten zum Stadtgraben verfügte). Wohnte er dort während seiner Berliner Tätigkeit als Dirigent bzw. Generalmusikdirektor? Und war er evt. GD des Königstädtischen Theaters? Gerade über diesen wirklich wichtigen Sachverhalt schweigt sich die amerikanische Fansite aus!

Benedikt || 09/27/2002 11:50 AM CET

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