27/09/2002 Eintrag: "Meyerbeer-Tagebücher"

Heute gäbe es so viel zu berichten, aber angesichts der fortgeschrittenen Zeit möchte ich mich auf einen Punkt beschränken. Da ich mit den Heymann-Erinnerungen so viel Glück hatte und nun auf die Beersche Familie gestoßen bin, habe ich mir die Meyerbeer-Tagebücher vorgenommen (bei Amazon kann man den Preis bewundern). Das ist ein recht großes Unterfangen - in diesem Jahr wurde der sechste (!) Band der "Briefwechsel und Tagebücher" ediert, und ein Ende ist noch nicht in Sicht. Diese Tagebücher haben eine ganz besondere Geschichte. Meyerbeer ließ sie und seine übrigen Papiere testamentarisch komplett sperren, woran sich seine Nachkommen so lange hielten, bis der gesamte Nachlaß, der inzwischen als Depositum in der Staatsbibliothek Berlin gelandet war, 1944 nach Schlesien ausgelagert wurde und dort verschwand. Zum Glück hatte ein Bibliothekar zuvor umfangreiche Abschriften aus den Tagebüchern angefertigt, weil er eine Publikation plante, die dann von den Erben untersagt wurde. Nach dem 2. Weltkrieg stimmten die Meyerbeer-Nachkommen immerhin der Publikation der Abschriften zu, die ab 1960 mit dem ersten Band in Angriff genommen wurde.
Eine Frage an meine Leser: Hat irgend jemand schon einmal ein Musikstück von Giacomo Meyerbeer gehört ? Falls ja: Welchen Eindruck hat es gemacht ? Ich komme aus einer Musikerfamilie, aber Meyerbeer ist musikalisch für mich ein vollkommen weißes Blatt.

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