16/11/2004 Eintrag: "Liebermann"

Regina Scheer, die durch ihren faszinierenden, autobiographisch beeinflußten Forschungsbericht Ahawa. Das vergessene Haus. Spurensuche in der Berliner Auguststraße (1992) bekannt wurde und vor kurzem das Buch Im Schatten der Sterne (2004) über die Widerstandsgruppe um Herbert Baum veröffentlichte (siehe Rezension in der Berliner Zeitung), arbeitet jetzt an einem neuen Projekt: Die Geschichte der Familie Liebermann.
Die Liebermanns, Kaufleute, Textilfabrikanten, Natur- und Geisteswissenschaftler und Künstler, von denen mindestens 29 der Gesellschaft der Freunde angehörten, wurden viel zu lange ignoriert und auf Max Liebermann reduziert. Regina Scheer wird die Entwicklung der Familie von der alten Heimat in Märkisch-Friedland über die Blütezeit in Berlin bis zur Emigration oder Ermordung nachzeichnen, einen Bogen, der sechs Generationen überspannt und der weit mehr Geschichten zu bieten hat als den schrulligen Maler am Pariser Platz. Die engen Verknüpfungen mit den Reichenheims, Rathenaus und Levinsteins bleiben dabei nicht unbeachtet.
Selbstverständlich kann ein Buch nicht alle Versäumnisse der historischen Forschung nachholen und sämtliche Fragen zu solch einer großen Familie klären. Aber nichtsdestotrotz steht zu erwarten, daß Regina Scheer ein ebenso gut recherchiertes wie spannend geschriebenes Buch vorlegen wird.

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