LebensdatenGeboren: 20.06.1821 in Neiße/Schlesien.
Gestorben: 14.09.1866 in Ratibor/Schlesien (Grab: Friedhof Ratibor).
Religion: protestantisch (Taufe: 30.06.1821).
Vater: Nathan (Carl Theodor Nathanael) Mendelssohn (1781-1852).
Mutter: Henriette Itzig/Hitzig (1781-1845).
Geschwister: Ernst Carl Hugo (1811-vor 1818), Arnold Maximilian Albrecht (1817-1854), Ottilie Ernestine Franziska (1819-1848, verheiratet mit dem Mathematiker Ernst Eduard Kummer) und sechs weitere, früh gestorbene Geschwister.
Heirat: am 12.12.1854 in St. Jacobi, Berlin, mit Louise Aimée Cauer (1826-1894), Tochter des Pädagogen Jacob Ludwig Cauer (1792-1834) und der Marianne Louise Itzig (1794-1869).
Kinder: Arnold Ludwig (1855-1933), Bertha (1857-1901), Ottilie (1858-1929), Marie (1860-1937), Louise (1863-1923).
Von Ilse Rabien.
Die Kindheit verbrachte August Joseph Elias Wilhelm Mendelssohn bis 1828/1829
in Bad Reinerz/Schlesien, besuchte später das Gymnasium in Glatz und von 1834-1836 in
Liegnitz, wo sein späterer Schwager Kummer Lehrer war. Nach dem Abschluß der
Schulbildung in Berlin absolvierte er dort vom 11. April bis zum 1. Dezember 1840 in der
Eisengießerei Freund eine Formerlehre. Anschließend diente er als Freiwilliger
für ein Jahr in einer Pionier-Compagnie und wurde am 1. Dezember 1841 zur Reserve
beurlaubt.
Bis Anfang 1845 arbeitete Wilhelm Mendelssohn als Werkführer in einer Fabrik in Breslau.
Anschließend kehrte er nach Berlin zurück, wo er wahrscheinlich eine eigene Werkstatt
gründete. Aus seinen Pässen geht hervor, daß er zu seiner weiteren Ausbildung
als Maschinenbauer viel reiste. Er nannte sich selbst einen "Weltwanderer" und
hielt sich zwischen 1847 und 1853 wiederholt in England, Frankreich, Belgien und Österreich
auf. Im November 1847 unterbrach er seine Auslandsaufenthalte, fuhr nach Köln und
unterstützte dort seinen Bruder, den Arzt Arnold Mendelssohn,
im Prozeß um die
Kassettenaffäre.
Im August 1854 nahm Wilhelm Mendelssohn eine Stellung als Eisenbahnmaschinenmeister der
Wilhelmsbahn und Vorstand des Grenzbahnhofs Ratibor/Schlesien an. Wie aus zahlreichen Briefen
hervorgeht, wurde er von seinen Untergebenen sehr geschätzt.
Im Sommer 1866 brachte Mendelssohn seine Familie, mit der er sehr glücklich lebte,
nach Potsdam, da durch die Ereignisse des preußisch-österreichischen Krieges die Gefahr
bestand, daß an der vielbefahrenen und für Kriegstransporte benutzten
Eisenbahnstrecke die Cholera ausbrechen könnte. Nach Kriegsende holte er seine Familie
zurück nach Ratibor. Dort meldete er sich kurze Zeit später als freiwilliger Pfleger
in einem Choleralazarett, steckte sich an und starb binnen dreier Tage an der Cholera.