Archiv für August 2002

Saturday, August 31, 2002

In den letzten Tagen habe ich stichprobenartig die Vossische Zeitung studiert, verschiedene Ausgaben aus den Jahren 1820-1860. Es ist eine recht ergiebige Arbeit. Man findet regelmäßig wichtige Informationen zu Vereinen, zum Berliner Judentum und zur jüdischen Topographie der Stadt. Wo sonst soll man die Tagungsorte der Vereine und die Adressen von Judaica-Geschäften für die mittleren Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts ermitteln ? Da die Arbeit aber recht langwierig ist, will ich mir künftig nur einen Tag pro Woche dafür nehmen und mich ansonsten auf Fachliteratur, Archivstudien und die Auswertung der Ergebnisse am Computer konzentrieren.
Nun noch eine ganz andere Frage: Kennt einer meiner Berliner Leser einen guten Buchrestaurator, den auch ein Normalsterblicher bezahlen kann ? Ich habe von meinen Großeltern eine Ausgabe "Goethe's sämmtliche Werke in fünfundvierzig Bänden" übernommen, die ungefähr aus dem Jahr 1876 stammt, eigentlich nur zehn Bände umfaßt und ein wenig Aufbesserung durchaus vertragen würde.

Posted by Sebastian @ 02:12 PM CET

Thursday, August 29, 2002

In Ergänzung zu dem gestern angegebenen Artikel gibt es noch ein Portrait von 1999, als Saul Kagan vom Posten des Generalsekretärs der Claims Conference zurücktrat. Und, um das Thema abzuschließen, hier noch ein aktuelles Photo.

Posted by Sebastian @ 10:29 AM CET

Wednesday, August 28, 2002

Soeben habe ich mit Saul Kagan telephoniert, und es ist unglaublich, wie aufgeregt ich dabei war und immer noch bin. Da die meisten meiner Leser nicht wissen dürften, wer Saul Kagan ist und welche Stellung er hat, empfehle ich diesen Artikel in der neuesten Ausgabe des Aufbaus. Bei einem Gespräch mit dem Bundeskanzler hätte ich mich nicht halb so unsicher gefühlt wie soeben !
Ich rief ihn an, weil ich hoffte, daß er eine Idee haben könnte, wo die Akten der Allgemeinen Treuhand-Organisation (ATO) lagern. Er wußte es auch nicht, gab mir aber den guten Hinweis, mich bei weiteren Recherchen zunächst auf die Frage zu konzentrieren, welche Personen die ATO leiteten. Ein möglicher Ansatzpunkt in dieser Richtung ist der Umstand, daß es beim Westberliner Senat einen Bevollmächtigten für Rückerstattungsfragen, einen Allgemeinen Treuhänder gab. Zu dem müssen Akten existieren, entweder in der Senatsverwaltung oder im Landesarchiv, und der hatte auf jeden Fall auch regelmäßigen Kontakt zur ATO.

Posted by Sebastian @ 09:34 PM CET

Monday, August 26, 2002

Nach einer kurzen Zeit des Abwägens und Bedenkens beschloß ich, meine Forschung zum Teil II der Dissertation (Gesellschaft der Freunde 1820-1880) mit einer Erarbeitung der Topographie des jüdischen Berlins zu beginnen. Eine File Maker-Datenbank ist eingerichtet und wartet auf Datenmaterial. Sie soll nicht nur die bekannten Institutionen wie Synagogen, Friedhöfe, Krankenhäuser und Waisenhäuser, sondern auch - soweit ermittelbar - Privatsynagogen, Vereinslokale und Orte jüdischer Geselligkeit umfassen, einschließlich Adressen und Kauf- bzw. Einrichtungsdatum. Ich bin gespannt, zu welchen Ergebnissen ich komme. Auf jeden Fall wurde - so mein Eindruck - solch eine Auflistung noch nie erstellt. Von ihr ausgehend kann ich dann prüfen, welcher Stellenwert dem Lokal der Gesellschaft der Freunde in der Neuen Friedrichstraße 35 zuzuschreiben ist. Ein weiteres Ergebnis wird eine Visualisierung mittels zweier Stadtpläne sein. Auf ihnen sind die Zustände zu Beginn und zum Ende des Zeitrahmens darzustellen. Wie es aussieht, werde ich mich wohl demnächst wieder einmal im Grundbucharchiv anmelden...

Posted by Sebastian @ 05:44 PM CET

Saturday, August 24, 2002

Während der jetzt vergangenen Woche verlor ich mich viel zu sehr in kleinen Dingen und Aufgaben. Irgendwie verbrachte ich sie ziemlich planlos, irgendwie fällt es mir immer noch schwer, zu einer effektiven Arbeitsweise zurückzukehren. Ich werde mir am Montag ernsthaft überlegen müssen, wie ich die Arbeit am Teil II meiner Dissertation beginnen kann.
Im übrigen könnte den Leser ein wenig Statistik zu dieser Seite interessieren. Sie wird im Durchschnitt dreimal pro Tag aufgerufen (und ich könnte diesen Durchschnitt sicherlich ein wenig erhöhen, wenn ich regelmäßiger schriebe). Es gibt vielleicht fünf regelmäßige Leser, von denen ich drei kenne, andere hingegen nicht. Zum Beispiel würde mich ausgesprochen interessieren, meine Leser in den USA kennenzulernen oder herauszufinden, welcher Mensch sich in den letzten Tagen wiederholt über "NEXOS" eingewählt hat.
Die meisten Zugriffe auf die Seite kommen natürlich aus Deutschland (über 200), aber auch die Nachfragen aus den USA (46) und Israel (23 - einer meiner treuen Leser !) können sich sehen lassen. Aus allen anderen vertretenen Ländern wie Polen, Armenien, Schweden, Frankreich oder der CR kam jeweils nur ein Zugriff.
Die einzelnen Daten sind übrigens frei abrufbar, wenn man auf die beiden Icons am unteren Rand ("counted by") klickt.

Posted by Sebastian @ 07:41 AM CET

Tuesday, August 20, 2002

Das vergangene Wochenende habe ich ein wenig verlängert und in Zürich bei einem Freund verbracht. Da ich während meiner beiden Juliurlaubswochen wetterbedingt unter anderem an meiner Dissertation gearbeitet hatte, beschloß ich anschließend, mir dieses Zusatzwochenende zu genehmigen. Naturschilderungen, die sich bei der Schweiz stets anbieten, gehören nicht an diese Stelle, aber für den Berlin-Historiker ist der Städtevergleich interessant: Zürich ist unglaublich teuer (Jerusalemer Lebensmittelpreise sind Schnäppchen im Vergleich), wirkt auf mich nicht häßlich, aber auch nicht richtig schön, und seine Bewohner machen einen aufmerksameren, wacheren Eindruck als die Berliner. Es gibt dort einige Kuriositäten, z. B. ein Männerschwimmbad mitten in dem früher Festungszwecken dienenden Schanzengraben und unglaublich viele Cabriolets und Oldtimer auf den Straßen.
Die Rückfahrt in der Nacht vom Sonntag zum Montag, die fahrplanmäßig über Halle und Dessau erfolgen sollte, gestaltete sich ein wenig langwierig. Die Elbbrücke bei Schönhausen an der Lehrter Bahn war wohl die sicherste, so das der Zug einen großen Bogen machte und sich von Westen statt von Süden Berlin näherte. Anstatt aber den fahrplanmäßigen Halt in Wannsee auszulassen und mit 1 1/2 Stunden Verspätung über Spandau auf den Stadtbahn zu fahren, nahm der Zug den westlichen Außenring Richtung Potsdam und hielt tatsächlich in Wannsee. Dort stieg kaum jemand aus - Potsdam wäre als Zwischenstop viel sinnvoller -, aber der Einfluß der alten Westberliner Kreise scheint bis in die Bahnetagen zu reichen. Die Folge: über zwei Stunden Verspätung am Bahnhof Zoologischer Garten.
Abschließend leistete sich der Schweizer Zugbegleiter noch einen Lapsus: Wir erreichen in Kürze Ostberlin. Alle Fahrgäste sind gebeten, dort auszusteigen.
Nun kümmere ich mich wieder um die anstehenden Aufgaben. Im Moment bereite ich meine nächste Herbräischstunde vor. Ach ja - wichtig für alle Berlin-Historiker: An dieser Stelle kann man sich an der Abstimmung über den neuen Namen des Lehrter Bahnhofs beteiligen. Zur Auswahl stehen Berlin-Mitte, Zentralbahnhof und Lehrter Bahnhof. Also: Viele Stimmen für Lehrter Bahnhof, damit an jenem Ort wenigstens im Namen noch ein Stück Geschichte erhalten bleibt !

Posted by Sebastian @ 01:50 PM CET

Wednesday, August 14, 2002

Kurzzusammenfassung der letzten beiden Tage: Ich fand im Bundesarchiv Hoppegarten einige interessante Informationen, bekam von einem Freund viele wichtige Hinweise zu meinem bisher geschriebenen Text, sprach mit meinem Vertrauensdozenten und nahm meine erste Hebräischstunde nach einer längeren Sommerpause.

Posted by Sebastian @ 08:45 PM CET

Monday, August 12, 2002

Das Schweigen von einer Woche was mainly due to the Renovierung eines unserer Zimmer, die jetzt weitgehend abgeschlossen ist. Heute erstellte ich den Antrag auf Verlängerung meines Promotionsstipendiums bei der Friedrich-Naumann-Stiftung. Eine Menge an Nachweisen, Texten und Aufstellungen habe ich zusammengetragen bzw. getippt. Nun muß ich nur noch am kommenden Mittwoch meinen Vertrauensdozenten konsultieren, und dann geht das Dokumentenbündel in die Post.
Den Rest des Tages verbrachte ich mit Textlektüre zur Mendelssohn-Familie, und als Fingerübung erstellte ich zum Schluß noch eine Kurzbiographie von Henriette Mendelssohn, geb. Meyer (1776-1862), der Frau Joseph Mendelssohns. Diese Kurzbiographien (bisher liegt eine erste von Joseph Mendelssohn vor, als nächstes ist Nathan Mendelssohn an der Reihe) werde ich in den kommenden Monaten sammeln. Auch andere Historiker der Gesellschaft werden Einzelarbeiten aus ihren Forschungsbereichen beisteuern, so daß nach und nach ein Fundus erwächst, der schließlich als CD verkauft und auf der Homepage publiziert werden soll.

Posted by Sebastian @ 09:05 PM CET

Monday, August 5, 2002

Auf der Homepage zum Sonderarchiv Moskau sind jetzt weitere 14 Fonds näher erläutert, zudem wurden eine Reihe von schon vorhandenen Bestandsbeschreibungen erweitert. Zusätzliche Ergänzungen sind bald zu erwarten. Dazu wird unter anderem mein nächster Besuch im Bundesarchiv Lichterfelde dienen. Heute schrieb ich einen Anmeldebrief, mit dem ich nicht nur eine Akte zur Gesellschaft der Freunde bestellte, sondern auch den Ukazatel´ fondov inostrannogo proischoshdenija i Glavnogo upravlenija po delam voennoplennych i internirovannych NKVD-MVD SSSR Rossijskogo gosudarstvennogo voennogo archiva (Verzeichnis der Bestände ausländischer Herkunft... im russischen Staatsmilitärarchiv), erschienen in Moskau 2001.

Posted by Sebastian @ 08:36 PM CET

Sunday, August 4, 2002

Doktorand Panwitz meldet sich aus dem Urlaub zurück (schlägt die Hacken zusammen). Wobei der Begriff Urlaub nur mit Vorsicht zu verwenden ist. Die erste Woche war vollkommen verregnet und unterkühlt (gut 15°C), die zweite Woche wolkenlos heiß (knapp 35°C). Neben einer bemerkenswerten Temperatursteigerung von knapp 20°C innerhalb von nur zwei Tagen bedeutete das, daß die Möglichkeiten für Außenaktivitäten spürbar begrenzt waren. Zwar machten wir unter anderem das amüsante Städtchen Strausberg unsicher, aber im Ganzen betrachtet verbrachte ich doch mehr Zeit in Haus und Garten, als ich geplant hatte. Diese Zeit war gefüllt mit Lesen, Plaudern, Fernsehen (einer Tätigkeit, die mir im normalen Alltag beinahe unbekannt ist) und - Arbeiten ! Ja, ich hatte mir meinen Laptop mitgenommen, und ich war ausgesprochen erstaunt, wie produktiv es sich in einer gesichtslosen Siedlung im Osten Brandenburgs bei Regenwetter arbeiten läßt.
Diese Zweckentfremdung meiner Urlaubszeit kam vor allem der Datenbank der Mitglieder der Gesellschaft der Freunde zugute, in die ich die Mitgliedslisten von 1840 bis 1880 einarbeitete und die jetzt über 1750 Personen umfaßt. Damit habe ich mir für die Arbeit an Teil II meiner Dissertation eine gute Grundlage erstellt. Zudem bastelte ich ein wenig an der umfassenden Erweiterung der Sonderarchiv-Homepage, die in kürzester Zeit endlich ins Netz gestellt wird.

Posted by Sebastian @ 10:49 AM CET

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