Archiv für May 2003

Thursday, May 29, 2003

Das verlängerte Wochenende bis Sonntag werde ich in Hochkirch verbringen, so daß der nächste Eintrag ím Forschungstagebuch erst am Montag zu erwarten ist.

Posted by Sebastian @ 06:53 AM CET

Tuesday, May 27, 2003

Und nun schließt die Berliner Morgenpost auf: Da sie als letzte berichtet, kann sie schon melden, daß der Landesrechnungshof eine Prüfung der Finanzen der Berliner Jüdischen Gemeinde inzwischen abgelehnt hat. Allerdings ist sich die Zeitung nicht klar darüber, ob sie die Wahlen zur Repräsentantenversammlung für den 13. oder für den 14. September ankündigen will. Ein Blick in den Kalender zeigt: Der 13. September ist ein Sonnabend und steht somit nicht zur Verfügung.

Posted by Sebastian @ 10:59 PM CET

Heute zieht der Tagesspiegel nach und bringt einen längeren Artikel über Ambitionen verschiedener Personen auf Spitzenposten im künftigen Vorstand der Jüdischen Gemeinde Berlin. Brenner, Meyer, Franke, Schoeps - damit sind schon vier Altaktivisten wieder im Rennen. Niemand wird glauben, daß sich andere Abgeordnete wie Waks, Pjotrkowski oder Schneidermann zurückziehen werden, so daß die neue Repräsentantenversammlung doch wieder sehr der alten ähneln wird.

Posted by Sebastian @ 07:01 AM CET

Monday, May 26, 2003

Die Jüdische Gemeinde Berlin hat auf ihrer letzten Sitzung nach kontroverser Diskussion beschlossen, die Gemeindefinanzen durch den Landesrechnungshof prüfen zu lassen, meldet heute die Berliner Zeitung. Im Gegensatz zur Autorin, Marlies Emmerich, bin ich allerdings nicht der Meinung, daß dies als Ausdruck des tiefen gegenseitigen Mißtrauens der Verordneten zu werten ist. Vielmehr hat man sich nun endlich zu einem konstruktiven Schritt durchgerungen, der schon längst fällig war. Die Wahl des Landesrechnungshofes (und nicht von McKinsey & Co., der Boston Consulting Group oder einer ähnlicher Firma) erklärt sich daraus, daß man hofft, diese Landesinstitution werde keine Gebühr für ihre Arbeit erheben. Stimmt das wirklich? Kann jeder den Landesrechnungshof bestellen, wenn er eine kostenlose Innenrevision wünscht? Wie dem auch sei - alle Beteiligten und Zuschauer dürften gespannt auf das Ergebnis warten.

Posted by Sebastian @ 07:22 AM CET

Sunday, May 25, 2003

Die Geschichte meiner Rezension von Barkais CV-Buch, die meine Leser Ende 2002/Anfang 2003 mitverfolgten durften, hat einen Epilog bekommen. Der Autor schrieb mir gestern eine Email, in deren PS er anmerkte, er habe die Rezension gelesen und fand sie sehr gut. Damit hat die Sache einen sehr angenehmen Abschluß gefunden, nicht wahr?

Posted by Sebastian @ 04:37 PM CET

Friday, May 23, 2003

Die Verhältnisse der Jüdischen Gemeinden im Land Brandenburg und in Potsdam bleiben undurchsichtig. Auch die Autorin dieses Artikels in der Berliner Zeitung scheint nicht so recht durchzusehen. Wie es aussieht, hat sich die Jüdische Gemeinde Potsdam von der bankrotten Brandenburger Gemeinde abgespalten und sich als e.V. selbständig gemacht. Wieso der Zentralrat damit aber den gesamten Osten Deutschlands an die russischen Zuwanderer (!) verloren haben soll (klingt wie Kriegsberichterstattung über Frontbewegungen), bleibt das Geheimnis von Frau Emmerich. Hoffentlich nimmt sich die Jewrejkaja Gasjeta demnächst etwas gründlicher dieses Problems an.

Posted by Sebastian @ 12:54 PM CET

Wednesday, May 21, 2003

Heute, in der Post, entdeckte ich, daß 2003 zum Jahr der Bibel erklärt wurde. Ich bekam dort nämlich eine entsprechende Briefmarke verkauft. Die Marke zeigt eine Hand, die auf einer Bibelseite liegt, so als ob jemand im Text liest. Der Text selbst ist schwer zu erkennen, aber wenn man genau hinguckt, bemerkt man zwei unerwartete Dinge: 1. Es handelt sich um eine Stelle aus dem Neue Testament, und 2. Es wurde ein englischsprachiger Text abgedruckt. Im Internet fand ich heraus, daß dieses Jahr der Bibel nicht etwa von der UNO verkündet wurde - die proklamierte 2003 zum Jahr des Süßwassers. Verantwortlich sind vielmehr "alle Kirchen, die in der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland zusammengeschlossen sind". Was zu drei Schlußfolgerungen führt: 1. Die deutschen christlichen Kirchen sind intolerant und konnten es nicht über sich bringen, eine Textstelle aus dem Alten Testament zu wählen, zum Beispiel aus der Genesis; 2. die AG Christlicher Kirchen in Deutschland wird offensichtlich so weit von den Freikirchen angloamerikanischen Ursprungs dominiert, daß man einen englischsprachigen Bibeltext (anstatt eines deutschen, lateinischen oder griechischen) abdruckte; und 3. wenn die Deutsche Post für ein innerkirchliches Vergnügen eine eigene Briefmarke zur Verfügung stellt, so kann es mit der Trennung von Staat und Kirche nicht sehr weit sein in Deutschland.

Posted by Sebastian @ 01:32 PM CET

Tuesday, May 20, 2003

Dank Cornelia Aust und ihrer ausgezeichneten Magisterarbeit Kontinuität und Wandel in den jüdischen Gemeinden Berlins und Warschaus im Übergang vom 18. zum 19. Jahrhundert (FU Berlin) bin ich auf Gabriele Zürns Dissertation Die Altonaer Jüdische Gemeinde (1611-1873). Ritus und soziale Institutionen des Todes im Wandel gestoßen, die viel spannendes Material zu den traditionellen Chewrot der deutschen jüdischen Gemeinden enthält. Dieses Thema paßt zwar nicht dazu, daß ich mich gegenwärtig eigentlich mit dem mittleren 19. Jahrhundert beschäftige. Es paßt aber zur Sitzung der AG Juden im Wandel, die ihr Treffen auf Anfang Juni verschoben hat. Bei diesem Treffen werde ich zu den traditionellen Chewrot referieren. Um meine Lektüre auch für den ersten Teil meiner Dissertation zu nutzen, fasse ich die Ergebnisse gleich in einem Fließtext zusammen. Wenn ich mich später noch einmal der endgültigen Fassung von Teil I zuwende, werde ich entscheiden, wieviel dieses Zusatztextes ich wo in den Haupttext integrieren kann.

Posted by Sebastian @ 05:41 PM CET

Thursday, May 15, 2003

Ich kann jedem nur empfehlen, sich die neueste Ausgabe der Jewrejskaja Gasjeta zu kaufen. Für lediglich 1,80 Euro gibt es dort nicht nur die neueste Portion Jewrejskij Jumor und Interviews mit Boris Strugatzki, Peter Ustinow und Wladimir Kaminer, sondern auch ausführliche Informationen aus der Jüdischen Gemeinde Berlin, über die man sonst nirgends etwas zu lesen bekommt. Sollte sich die Zeitung auf diesem Niveau halten, so würde ich dem Jüdischen Berlin bei einer möglichen Einstellung nicht mehr hinterhertrauern. Und meine Russischkenntnisse würden sich endlich wieder verbessern.

Posted by Sebastian @ 11:25 AM CET

Tuesday, May 13, 2003

Heute suchte ich in der Bibliothek Material für die nächste Sitzung der AG Juden im Wandel, in der ich zu traditionellen Chewrot (Gesellschaften) in den jüdischen Gemeinden der wichtigsten deutschen Städte referieren möchte. Leider stieß ich hier wieder auf mehr Forschungslücken als auf Forschungsergebnisse. Die wenigen Informationen, die sich finden ließen, sind eher widersprüchlich und ergeben kein einheitliches Bild. Dafür konnte ich aber eine Reihe anderer wichtiger, mir neuer Aufsätze und Bücher entdecken und einsehen.
Die Schule, die oben rechts zu sehen ist, hieß früher, wie angegeben, Oleg Kotschewoi. Nach der Wende wurde sie - politisch korrekt, aber ausgesprochen belanglos - nach irgendeiner schwedischen Feministin mit Namen Ellen Key benannt (Abkürzung: EKO - das stand früher für Eisenhüttenkombinat Ost oder für Elektrokohle Lichtenberg). Sie hat jetzt eine eigene Homepage, auf der es auch einen Punkt Geschichte gibt, der aber vollkommen enttäuscht. Nirgendwo wird der Name Kortschewoi erwähnt, wie auch die entsprechende Seite nur etwas zur Umgebung der Schule, nichts aber zur Schule selbst erzählt. Peinlich, peinlich für ein Gymnasium.
Oleg (man betone den Vornamen auf der letzten Silbe) Kortschewoi ist ein Problem: Es läßt sich zu seiner Person nichts im Internet ermitteln. Selbst DDR-Lexika schweigen sich aus. Doch Glück hat, wer mit einer ehemaligen Sowjetbürgerin verheiratet ist, die noch weiß, daß Oleg Kortschewoi zur Partisanengruppe Soja Kosmodemjanskajas gehörte. Soja Kosmodemjanskaja (1923-1941) wiederum war sehr viel stärker im DDR-Mythenkanon präsent: als Komsomolzin, die tapfer und todesmutig gegen die Faschisten für die Freiheit ihrer Heimat kämpfte und schließlich von diesen erhängt wurde. Wer weiß noch mehr über Oleg Kortschewoi ? Die Schule, die ich erst vor kurzem bei einer Fahrradfahrt entdeckte, faszinierte mich wegen ihrer Säulengänge in den Seitenflügeln. So etwas habe ich sonst noch nirgends in Ostberlin gesehen. Vermutlich ist diese außergewöhnliche Ausstattung der unmittelbaren Nähe zur Stalinallee zuzuschreiben.

Posted by Sebastian @ 09:24 PM CET

Wednesday, May 7, 2003

Nach meiner Rückkehr aus dem GStA fand ich heute eine Email von Eberhard Wolff in meinem Computer-Briefkasten. Er fragte mich nicht nur nach dem Charakter der Gesellschaft der Freunde als frühe Form des Krankenkassenvereins, sondern schickte mir gleich noch einen Artikel von sich über jüdische Krankenbesuchsgesellschaften, der mir unglaublich viele Anregungen inhaltlicher Natur ebenso wie in Hinsicht auf die Literaturlage gab. Es ist selten, daß ein anderer Forscher mit seinem Thema und seinen Fragen meinem Projekt so nah kommt. Hier kümmert sich endlich jemand um eine der dutzenden Seitenfragen, die ich beim Schreiben des ersten Teils hatte. Mit diesem Aufsatz im Hinterkopf werde ich der Endfassung meines Textes noch einige interessante Passagen hinzufügen können.

Posted by Sebastian @ 06:17 PM CET

Tuesday, May 6, 2003

Gestern schrieb ich einen kurzen Abschnitt zum Deutsch-Israelitischen Gemeindebund (endlich wieder Text!) und ging zum Demps-Kolloquium. Letzteres ist auf ungefähr acht Leute zusammengeschrumpft, aber es gibt einen neuen Doktoranden, der einen ausgesprochen freundlichen, kompetenten und engagierten Eindruck macht. Der neueste Kolloquiumsplan findet sich hier.
Gestern abend und heute morgen gelang es mir endlich, auch meinen Laptop an meine DSL-Verbindung anzuschließen, nachdem alle Versuche in den vergangenen anderthalb Jahren gescheitert waren. Deinstallation und Installation von allen möglichen Treibern und Protokollen, zusammen mit der Entzifferung von Fehlermeldungen und Stöbern in Internet-Selbsthilfeforen brachten schließlich das erhoffte Ergebnis. Ich bin bei dieser Gelegenheit auf eine Liste der oft nur nummerisch angegebenen Fehlercodes gestoßen, die auch von allgemeinerem Interesse sein könnte.
Der Aufwand ist deshalb gerechtfertigt, weil mir jetzt bei eventuellem Ausfall meines Desktops ein voll funktionsfähiger zweiter Rechner für Internetrecherche und Emailbearbeitung zur Verfügung steht.

Posted by Sebastian @ 09:18 AM CET

Saturday, May 3, 2003

Die Beständeübersicht zur Tektonikgruppe A des Landesarchivs ist erschienen, kaufbar und im Internet einsehbar. Vielen Dank an Markus Röhling für den Hinweis.
Ebenfalls auf den Seiten des Landesarchivs finden sich jetzt das Verzeichnis Berliner Archive und die Berlin-Chronik für 1995-2001. Letztere bestätigt offiziell, daß in Johannisthal in all dieser Zeit nichts passiert ist. Zwei der drei Einträge, die unter dem Stichwort Johannisthal aufgeführt werden, beinhalten Hinweise auf die Johannisthaler Chaussee in Neukölln. Der dritte erzählt über einen Absturz auf dem Flugplatz Johannisthal in Berlin-Adlershof! Der entsprechende Sachbearbeiter dachte wohl, daß es sich bei dem "Johannisthal" im Flugplatznamen um eine Person von dem Kaliber FJS oder Charles de Gaulle handelte? Man könnte wirklich fragen, ob Johannisthal überhaupt noch zu Berlin gehört...

Posted by Sebastian @ 03:27 PM CET

Thursday, May 1, 2003

Heute war ich bei Kiran Patel. Alle Korrekturleser seiner Dissertation waren zur Dissertationsveröffentlichungsparty eingeladen, ein lustiger Kreis, dominiert von jungen HU-Lehrkräften. Jeder bekam zum Schluß ein Exemplar des Buches mit auf den Weg, und ich habe bei der anschließenden Lektüre in der S-Bahn entdeckt, daß ich sogar im Vorwort erwähnt werde!
Meine - irgendwie kindliche - Freude darüber wird allerdings durch starke Zweifel gemindert. Werde ich eine auch nur annährend so überzeugende Arbeit vorlegen können? Nun ja, solche Sorgen sind vermutlich zu universell, als daß ich ihnen zu großes Gewicht beilegen sollte. Aber dennoch...

Posted by Sebastian @ 07:39 PM CET

Der Grund für mein ziemliches Schweigen an dieser Stelle liegt darin, daß ich in dieser Woche Hebräisch intensiv lerne. Das heißt, daß ich (fast) jeden Tag, auch heute, Unterricht nehme und den Stoff zuhause wiederhole sowie die nächste Stunde vorbereite, womit meine Tage weitgehend ausgefüllt sind.

Posted by Sebastian @ 07:04 AM CET

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