Archiv für December 2003

Tuesday, December 30, 2003

Vorläufiges Endergebnis: Es sind mindestens 171 Freunde auf dem Friedhof Schönhauser Allee begraben.

Posted by Sebastian @ 05:28 PM CET

Wie es aussieht, fällt es mir schwer, mich von meiner Dissertation ganz fernzuhalten. Ich arbeite seit gestern nachmittag die Daten des Büchleins über den jüdischen Friedhof Schönhauser Allee in meiner Mitgliederdatenbank ein. Der Befund bis zum Buchstaben M läßt es gerechtfertigt erscheinen, den Ort in Friedhof der Freunde umzubenennen. Neben der beeindruckenden Menge an Personen, die dort liegen, sind die auf diesem Wege deutlich werdenden Verwandtschaftsverhältnisse besonders wertvoll. Offensichtlich sind all die großen aus Märkisch-Friedland zugewanderten Familien - Liebermann, Marckwald, Schönlank, Laude, Levinstein - miteinander verschwägert und bilden damit ein ähnliches Konglomerat wie der Familienverbund Mendelssohn, Oppenheim, Warschauer, Simson, Kempner. Allerdings ungetauft. Der Hilfsverein für Märkisch-Friedland wird unter diesem Blickwinkel zu einem Familienverein.

Posted by Sebastian @ 01:21 PM CET

Saturday, December 27, 2003

Aus der Forschungstagebuch-Reihe Berlin-Kritiken:
Walter Benjamin: Berliner Kindheit um 1900 (1938)

Memoiren und Autobiographien gehören zu meiner Lieblingslektüre, und so war ich sehr gespannt, als ich dieses Büchlein in die Hand nahm, zumal Benjamin im Milieu des akkulturierten Berliner Judentums aufwuchs, zu einer Zeit, um die ich mich gerade in meiner Dissertation kümmere. Leider wurde ich sehr enttäuscht.
Die Berliner Kindheit mag verträglich sein, wenn man sich für die Person, die psychische Beschaffenheit Benjamins interessiert; sie ist auf jeden Fall eine Fundgrube für Psychoanalytiker. Der Historiker mag ihr in Einzelfällen Kurzzitate entnehmen und sie zum Imponieren in die eigene Arbeit einbauen. Schließlich werden unter Umständen auch Liebhaber poetisierender Prosa auf ihre Kosten kommen. Aber für Berlinhistoriker ist dieses Buch vollkommen unbrauchbar. Sein faktischer Gehalt ist gleich Null. Schade.
(Und bezeichnend, daß sich Kultur- und Literaturwissenschaftler von allen Berlin-Memoiren gerade für die Benjaminschen begeistern.)

Posted by Sebastian @ 08:23 AM CET

Friday, December 26, 2003

Das Steinheim-Institut kündigt in seinem neuesten Rundbrief für Januar 2004 folgende Publikation an: Biographisches Handbuch der Rabbiner, Band 1: Die Rabbiner der Emanzipationszeit in den deutschen, böhmischen und großpolnischen Ländern 1781-1871. Ich will nicht sofort euphorisch reagieren, aber wenn das Werk hält, was es verspricht, wird es ausgesprochen hilfreich sein und zur Schließung einer großen Forschungslücke beitragen. Ich würde es mir sogar kaufen, aber der zuständige Saurverlag bleibt seinem Ruf treu und verlangt den unverschämten Preis von 296 Euro ! Ein Band 2 für die Zeit 1871-1945 ist in Vorbereitung.

Posted by Sebastian @ 11:32 AM CET

Tuesday, December 23, 2003

Heute konnte ich das Milliionärsjahrbuch tatsächlich bis zum Ende durcharbeiten. Oder genauer: Die Millionärshandbücher. Glücklicherweise bemerkte ich, daß all die Bewohner von Grunewald, Steglitz, Charlottenburg und ähnlichen Vororten nicht in der Berliner, sondern in der Brandenburger Ausgabe verzeichnet waren. Das Endergebnis lautet: Knapp 200 der gut 600 Berlin-Brandenburger Mitglieder der Gesellschaft von 1912 waren Millionäre ! Ich glaube nicht, daß es viele Vereine gab, die dieses Verhältnis überboten.
Das ist doch ein Resultat, mit dem ich mich vergnügt in die Feiertage stürzen kann. Allen meinen Leser wünsche ich ein glückliches Weihnachtsfest !

Posted by Sebastian @ 06:15 PM CET

Monday, December 22, 2003

Heute konnte ich endlich, endlich die systematische Erfassung von Adressen und Firmenzugehörigkeit der 1912er Mitglieder abschließen und gleich anschließend die Durcharbeitung des 1913er Millionärshandbuchs beginnen. Letztgenannte Aufgabe werde ich auf jeden Fall noch in diesem Jahr beenden.

Posted by Sebastian @ 09:25 PM CET

Sunday, December 21, 2003

Zur letzten Woche kann ich nicht viel sagen, außer daß ich nach den Feiertagen darauf achten muß, konsequenter zu arbeiten, um meine Dissertation bis September wirklich vernünftig abzuschließen.

Die Berliner Zeitung meldet, daß der ehemalige Hauptsitz der Dresdner Bank an der Behrenstraße unter dem Namen Grand Hotel de Rome zu einem Haus der Kette Sir Rocco Forte & Family umgebaut werden soll. Die Arbeiten durch die Firma Hochtief - ja, genau die Firma, die so tief in den Flughafen Schönefeld-Skandal verwickelt ist - haben bereits begonnen. Geplante Eröffnung: 2006. Neben dem Hotel seien der Neubau eines Bürokomplexes und einer Tiefgarage mit 160 Stellplätzen geplant. Ich frage mich nur: Wo denn ? Dafür müßte irgend etwas abgerissen oder der Innenhof des Karrees von allen Seiten- und Hintergebäuden leergeräumt werden.

Posted by Sebastian @ 08:21 PM CET

Tuesday, December 16, 2003

Das LBI-Jahrbuch 2003 ist erschienen. Für mich sind besonders folgende Artikel von Interesse:
* die englische Übersetzung von Moses Mendelssohns Kohelet Mussar,
* der Hamburger Reformtempel 1817-1938,
* Marion Kaplan über soziale Beziehungen unter Juden im Kaiserreich sowie
* ein Aufsatz zu Fritz Rathenau.
Zudem wurde vor kurzem der Band Quellen zur Geschichte der Juden in polnischen Archiven 1 (Ehemalige preußische Provinzen) veröffentlicht. Ich habe mich bei H-Soz-Kult um die Rezension beworben - ob mir Ulrich Wyrwa zuvorgekommen ist, der schon die beiden letzten Bände der Quellenverzeichnisse zu den ostdeutschen Bundesländern (Band 5 und Band 6) besprochen hat ?

Posted by Sebastian @ 07:09 AM CET

Sunday, December 14, 2003

Von der Naumann-Stiftung kam jetzt, zur Monatsmitte, eine Adventsüberraschung: Die Nachzahlung des Oktoberstipendiums wurde um einen Monat vorgezogen und ging schon in dieser Woche auf meinem Konto ein. Möglich wurde dies durch Jahresendumschichtungen innerhalb der Stiftung. Für mich kommt das Geld genau zur richtigen Zeit, denn meine Ersparnisse gingen gerade zu Ende. Das ist ein richtiges vorträgliches Weihnachtsgeschenk :)

Posted by Sebastian @ 08:23 AM CET

Wednesday, December 10, 2003

Weiß irgend jemand, was plötzlich passiert ist ? Mein Forschungstagebuch hat gestern und heute raketenartig die magische 18-Besucher-Grenze, die sonst kaum erreicht wurde, weit überschritten (siehe Counter ganz unten). Liegt das an meiner euphorischen Straube-Rezension ? Ist es eine Nachwirkung meiner Wahlkommentare ? Oder sollten sich die Massen plötzlich tatsächlich für den neuesten Stand meiner Dissertation interessieren ?
Gestern fand das Demps-Colloquium trotz der Streikabsperrung des HU-Hauptgebäudes statt. Das hatte seine Ursache darin, daß die Streikposten tatsächlich um 18 Uhr den Hammer fallenlassen und nach Hause (?) gehen, so daß einem intensiven Studium von da an nichts im Wege steht. Ist das nicht vollkommen absurd ? Vermutlich ist das ein Deutscher Streik: gründlich, aber nur bis zum Feierabend.

Posted by Sebastian @ 02:40 PM CET

Tuesday, December 9, 2003

Für alle Berlin-Interessierten, die noch überlegen, was sie sich zu Weihnachten schenken lassen sollen, empfiehlt sich der Nachdruck des Straube-Plans von 1910. Im Maßstab von 1:4000 decken die 44 Karten das gesamte damalige Stadtgebiet ab und bieten dabei alle Details, die man sich von einem Stadtplan jener Zeit wünschen kann. Nicht umsonst galten Straube-Karten für über 80 Jahre als Spitzenprodukt, wie Andreas Matschenz im ausgesprochen informativen Begleitheft über Geographisches Institut und Landkartenverlag Julius Straube darlegt. Die Kartenblätter enthalten sämtliche Hausnummern (!), eine Kennzeichnung von öffentlichen Gebäuden (Museen, Ministerien, Schulen) und halböffentlichen Gebäuden (Synagogen, Krankenhäuser, Börse), sie verzeichnen die Straßenbahngleise, die Stadtbahnbögen samt ihren Nummern und die Parkgestaltungen. In den Außenbereichen der Stadt kann man sehr gut den damaligen Stand der Stadtentwicklung und Stadtplanung nachvollziehen. Zu bedauern ist lediglich, daß die Anlagen der Eisenbahnen nur skizziert, die des Osthafen überhaupt nicht dargestellt wurden. Doch das schmälert weder das Vergnügen noch den Nutzen, die diese Edition bietet.
Der Preis der Mappe liegt bei 98 Euro (jedes Blatt ist kostet somit weniger als 2,50 Euro) und ist im Buchhandel bestellbar. Onlineinformationen gibt es hier. Sollte dieses Projekt für den verantwortlichen Gauglitz-Verlag erfolgreich sein, erhöht das die Chance auf weitere hochqualitative Karteneditionen. Also: Kaufen, kaufen, nochmals kaufen! (Frei nach Lenin.)

Posted by Sebastian @ 01:32 PM CET

Monday, December 8, 2003

Am Sonnabend fand die dritte Tagung des Netzwerks Unternehmensgeschichte statt. Es war die erste seit der Eröffnung der Homepage und der Anmeldung bei HSozKult, und das machte sich an der plötzlich so großen Teilnehmerzahl von 20 Leuten bemerkbar. Die Neuen integrierten sich jedoch schnell in der Diskussion, und so wurde auch diese Veranstaltung so produktiv wie die vorhergehenden. Am Sonntag traf sich dann ein kleinerer Kreis zur Besichtigung des Herbertshofs - der Villa Herbert Gutmanns (Direktor der Dresdner Bank bis 1931, Mitglied der Gesellschaft der Freunde) in der Potsdamer Bertinistraße (Nauener Vorstadt), unweit des Neuen Gartens. Dieser Gebäudekomplex mit eigener Turnhalle, arabischem Zimmer, Pferdestall und Tunnel zum nahen Jungfernsee war in den 1990er Jahren von Hausbesetzern bewohnt. Jetzt steht er leer, und Gutmanns Erben, denen der Besitz rückübertragen wurde, suchen einen Käufer. Wenn also jemand nicht weiß, was er mit 1,6 Millionen Euro anfangen soll: Es lohnt sich ! Neben den Gebäuden gibt es einen großen Garten, der zugänglich ist, so daß man um das Haus herumgehen kann. Den Spaziergang in Potsdam nutzten die Netzwerker fleißig zum Netzwerken, also zum Austausch über neueste Publikationen, Forschungsprojekte, Archivfunde und ähnliches. Kurz: Es war ausgesprochen ergiebig, angenehm und interessant.

Posted by Sebastian @ 02:19 PM CET

Soeben habe ich meine Bewerbung für das Doktoranden-Colloquium des LBI im kommenden Februar in Elmau fertiggestellt, am Nachmittag geht sie in die Post. Hoffentlich hat sie Erfolg, denn ich freue mich auf das Colloquium, auf das Wiedersehen mit alten und das Kennenlernen neuer Kollegen und natürlich auf Elmau.

Posted by Sebastian @ 12:11 PM CET

Sunday, December 7, 2003

Heute bekam ich eine Werbeemail der besonderen Art: Ein Kandidat der liberalen Partei Jabloko forderte mich auf, heute bei den Wahlen zur russischen Duma für ihn zu stimmen. Alles auf russisch natürlich. Ob ich jetzt Wahlinformationen aus aller Herren Länder bekommen werde ?

Posted by Sebastian @ 11:10 AM CET

Wer ein weiteres Beispiel dafür sucht, daß Johannisthal inzwischen zu einem Nichtort geworden ist, der schaue sich einmal die Presseberichterstattung im Vorfeld der Rechtsdemonstration vom gestrigen Sonnabend sowie die Berichte nach dieser Demo an. Zwar fand die Hälfte des Umzugs und der Gegenveranstaltungen in Johannisthal statt, in den Zeitungen liest man aber immer nur, daß die Rechten von Rudow nach Schöneweide gezogen seien. Vielleicht sollte Johannisthal ja dankbar sein, daß ihm so eine Identifikation der Art "Johannisthal? Da finden doch immer die Nazi-Demos statt" erspart bleibt?

Posted by Sebastian @ 08:20 AM CET

Thursday, December 4, 2003

Die Arbeit an meiner 1912er Datenbank schreitet voran. Ein Problem ist, daß im Mitgliederverzeichnis der Gesellschaft der Freunde meist die Firmenadressen aufgelistet sind, ein deutliches Zeichen übrigens dafür, wie eng die Vereinsmitgliedschaft zu dieser Zeit schon mit dem Beruf verknüpft war. Im Wählerverzeichnis der Jüdischen Gemeinde dagegen wird fast immer die Privatadresse aufgelistet. Daher muß ich diese Privatadressen jetzt in einem zweiten Durchgang in den Adreßbüchern ermitteln. Allerdings nur bei den Personen, deren religiöse Zugehörigkeit noch unklar ist. Von den ca. 640 Freunden konnte ich schon über 270 Mitglieder der jüdischen Gemeinde identifizieren.

Posted by Sebastian @ 07:35 AM CET

Tuesday, December 2, 2003

Presseschau Gemeindewahl. Die Berliner Morgenpost, die im Netz immer recht langsam ist, berichtete gestern über die Wahl, konnte aber noch keine konkreten Ergebnisse melden und lag mit ihren Prognosen nicht immer ganz richtig. Heute nun berichtet die Berliner Zeitung recht ausführlich mit einem größeren und einem kleineren Artikel. Zudem wurde ein kurzes Interview mit Meyer geführt. Der Tagesspiegel bringt einen Artikel, und auch die Berliner Morgenpost schiebt einen Bericht nach.
Insgesamt gibt es nicht viele Neuigkeiten, aber ein paar sind es doch. So meint Meyer, daß die Gemeinde wirtschaftlich gesund sei. Über die notwendigen Sparmaßnahmen schweigt er sich ganz aus und hofft stattdessen, auf dem Weg über die Jewish Claims Conference, das Larof (Landesamt zur Regelung offener Vermögensfragen) und die OFD (Oberfinanzdirektion Berlin) zusätzliche Mittel zu erreichen. Herr Meyer sollte wissen, daß über Restitutionsverfahren nur einmalige Finanzzuschüsse zu erwarten sind, die das langjährige strukturelle Defizit des Gemeindehaushalts nicht im geringsten aufheben.
Um der Gefahr des Verpuffens zusätzlicher Finanzmittel vorzubeugen, ist wohl eine Stiftung im Gespräch, die dann Aufgaben der Gemeinde im Bildungsbereich übernehmen soll. Doch wenn man die Gelder in einer Stiftung parkt, fehlen sie wieder beim Ausgleich des gegenwärtigen Gemeindehaushalts.
Das jährliche Defizit liegt zur Zeit bei 6 Millionen Euro, also bei fast 25 % angesichts eines Gemeindeetats von 25 Millionen Euro. 25 % ! Die Gemeinde hat ganz klar in erster Linie ein Ausgaben-, kein Einnahmenproblem. Einschneidende Kürzungen werden nicht zu vermeiden sein. Je länger man sie hinauszögert, umso härter werden sie.
Meyer wirkt im Interview auch bei anderen Fragen nicht wirklich überzeugend. Auf die Frage, ob es zu Spannungen zwischen der neuen, liberal orientierten Gemeindeleitung und dem konservativ dominierten Zentralrat kommen wird, antwortet er: "Nein, ich bemühe mich, in den Zentralrat zu kommen. Dann wird es dort auch liberal." Nun ja...
Als nächstes sind Anfang Januar die Wahlen des Gemeindevorstands und des Präsidiums der Repräsentantenversammlung an der Reihe.

Posted by Sebastian @ 08:09 AM CET

Monday, December 1, 2003

Die Berlin-Bibliographie steht im Internet, und zwar hier!

Posted by Sebastian @ 10:42 AM CET

Das vorläufige amtliche Endergebnis steht bereits im Netz. Demnach liegt die Wahlbeteiligung mit gut 35 % deutlich unter der des ersten Wahlgangs (knapp 40 %). Meyer liegt diesmal auf Platz 1 mit gut 2000 Stimmen (zuvor Platz 2, gut 1600 Stimmen), vor Brenner mit gut 1700 Stimmen (zuvor Platz 1, gut 1650 Stimmen). Es folgen Schneidermann, Bleiberg und Franke auf den nächsten Plätzen. Der im Vorfeld stark angefeindete Schoeps konnte seine Stimmenzahl von gut 1000 auf gut 1300 erhöhen. Frida Süßkind, im ersten Wahlgang noch gewählt, liegt jetzt auf Platz 22, Alexander Buchmann auf Platz 24. Weitere Plätze: 25. Walter Rothschild, 26. Dmitri Feldmann, 28. Anetta Kahane, 30. Michail Rebo, 31. Ariel Abaew, 35. Rafael Korenzecher, 38. Boris Schapiro. Cynthia Kain, bisher Vorstandsmitglied, fehlt auf der Liste - vermutlich hat sie ihre Kandidatur kurz vor der Wahl zurückgezogen.

Posted by Sebastian @ 10:04 AM CET

Die Zeitungen schweigen heute noch zum Wahlergebnis, der Tagesspiegel bringt lediglich ein paar Impressionen vom Wahltag selbst. Und da zeichnete sich schon ein wenig ab, was heute das Radio meldet. Statt 16 Sitzen hat das Meyer-Bündnis Kadima diesmal wahrscheinlich sogar 20 der 21 Sitze errungen! Der einzige Unabhängige in der Repräsentantenversammlung wird wohl Alexander Brenner sein. Damit dürfte den schlechten Verlierern der letzten Wahl klar werden, wohin ihre Panikreaktion geführt hat. Schade ist es nur um ursprünglich gewählte Kandidaten wie Alexander Buchmann, die nicht zu den Wahlanfechtern gehörten, jetzt aber durch die unglaubliche Polarisierung in der öffentlichen Wahrnehmung untergegangen sind und dadurch nicht erneut gewählt wurden.
Für Meyer könnte sich ein Sieg in dieser Größenordnung allerdings mittelfristig als Hemmschuh erweisen. Da seine Gruppe im Parlament praktisch ohne Opposition agieren kann, wird es noch schwieriger, die zentrifugalen Kräfte, die Kadima durchaus innewohnen, zu bändigen. Ein Zerbrechen der Riesenfraktion oder zumindest das Ausscheiden einzelner Mitglieder wäre unter solchen Umständen nicht überraschend. Schließlich steht der Jüdischen Gemeinde ein Sparmarathon bevor, der sich mit dem des Landes Berlin durchaus vergleichen läßt.
Das Ganze aber steht natürlich unter dem Vorbehalt, daß es nicht wieder zu erfolgreichen Wahlanfechtungen kommt. Einzelne Gegner werden möglicherweise erneut den Versuch unternehmen, und das Schiedsgericht hat schon mit seiner ersten Entscheidung bewiesen, daß es parteiisch ist.

Posted by Sebastian @ 07:37 AM CET

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