Archiv für September 2003

Monday, September 29, 2003

Heute habe ich die ersten acht Kurzbiographien nach Potsdam geschickt. Morgen geht es an die verbliebenen 4-6, wobei diese schwieriger werden, denn hier handelt es sich nicht mehr um Bankiers und Kaufleute, sondern um Rabbiner. Aber ich bin trotzdem frohen Mutes, die Arbeit morgen erfolgreich beenden zu können.

Posted by Sebastian @ 09:16 PM CET

Friday, September 26, 2003

Schnell noch eine Neuigkeit zur RV-Wahl in der Jüdischen Gemeinde: Die Wahlen sind angefochten worden, wie die Morgenpost mitteilt. Aber die Umstände sind ziemlich obskur. Mal sehen, was sich daraus entwickelt.
Laut Aufbau sind die Wahlen des Vorstandes, des RV-Präsidiums und des Gemeindevorsitzenden erst für den 22. Oktober geplant.

Posted by Sebastian @ 06:23 AM CET

Gestern beendete ich vorläufig meine Überarbeitung von Teil III. Es ist erstaunlich, wieviel ich selbst dabei entdeckte und ein-/umarbeiten mußte. Von heute bis Sonntag bin ich in Hochkirch. Ab Montag arbeite ich zunächst zwei bis drei Tage für das Biographien-Lexikon, das im MMZ geplant wird, und bereite mich anschließend auf die Sitzung der AG Juden im Wandel am Donnerstag vor.

Posted by Sebastian @ 06:19 AM CET

Wednesday, September 24, 2003

Das Berliner Verwaltungsgericht fällte vorgestern ein interessantes Urteil zu einem Grundstück in der Torstraße/Linienstraße, um das sich ein israelischer Verein und die Gemeinde Adass Jisroel streiten.

Posted by Sebastian @ 03:01 PM CET

Sind meine Leser an einem neuen Beispiel der Inkompetenz im Öffentlichen Dienst Berlins interessiert ? Unser Haus wird von der WBG Stadt und Land verwaltet, einer GmbH im Besitz des Landes Berlin. Der Keller unseres Hauses wurde schon desöfteren wegen Rohrbrüchen überschwemmt. Beim letzten Mal mußten extra Trockenmaschinen im Keller aufgestellt werden, um dauerhafte Schäden im Gemäuer zu verhindern.
Heute nun platzte wieder ein Rohr, diesmal Abwasser, und das Wasser strömt jetzt sehr gut hör- und riechbar in den Keller. Auf drei Telephonnummern der WBG (einschließlich der zentralen Einwahl) war niemand zu erreichen. Von der vierten wurde ich weitervermittelt an eine fünfte, bei der sich wieder niemand meldete. Daraufhin rief ich noch einmal bei der vierten an. Die Frau meinte, sie werde die Schadensmeldung weitergeben. Aber sie glaube nicht, daß schon innerhalb der nächsten halben Stunde jemand kommen werde. Da strömt Abwasser in den Keller, und diese WBG schafft es nicht, innerhalb einer halben Stunde wenigstens das Loch notdürftig zu verschließen!!! Das ist Öffentlicher Dienst in Berlin.

Posted by Sebastian @ 09:40 AM CET

Sind meine Leser an einem neuen Beispiel der Inkompetenz im Öffentlichen Dienst Berlins interessiert ? Unser Haus wird von der WBG Stadt und Land verwaltet, einer GmbH im Besitz des Landes Berlin. Der Keller unseres Hauses wurde schon desöfteren wegen Rohrbrüchen überschwemmt. Beim letzten Mal mußten extra Trockenmaschinen im Keller aufgestellt werden, um dauerhafte Schäden im Gemäuer zu verhindern.
Heute nun platzte wieder ein Rohr, diesmal Abwasser, und das Wasser strömt jetzt sehr gut hör- und riechbar in den Keller. Auf drei Telephonnummern der WBG (einschließlich der zentralen Einwahl) war niemand zu erreichen. Von der vierten wurde ich weitervermittelt an eine fünfte, bei der sich wieder niemand meldete. Daraufhin rief ich noch einmal bei der vierten an. Die Frau meinte, sie werde die Schadensmeldung weitergeben. Aber sie glaube nicht, daß schon innerhalb der nächsten halben Stunde jemand kommen werde. Da strömt Abwasser in den Keller, und diese WBG schafft es nicht, innerhalb einer halben Stunde wenigstens das Loch notdürftig zu verschließen!!! Das ist Öffentlicher Dienst in Berlin.

Posted by Sebastian @ 09:40 AM CET

Gestern war wieder einmal ein polnischer Besucher beim Forschungstagebuch zu Gast. Damit haben die Polen erstmals die Österreicher (die doch immerhin keine Sprachbarriere kennen) überflügelt und sind auf den vierten Platz vorgerückt. Ich würde ja zu gern wissen, ob das immer Zufallsbesuche sind, oder ob ich doch einen Stammleser unter unseren östlichen Nachbarn habe.

Posted by Sebastian @ 09:28 AM CET

Tuesday, September 23, 2003

Vom ersten Tag der Überarbeitung ist nicht viel zu berichten. Ich konnte vieles ergänzen und einiges korrigieren, das Mosaik wurde vollständiger. Morgen wird es so weitergehen. Hoffentlich halte ich dann endlich das Vereinsgesetz aus den frühen 1850er Jahren in den Händen, nach dem ich so lange gesucht habe!

Posted by Sebastian @ 08:01 PM CET

Monday, September 22, 2003

Heute habe ich Teil II in der Rohfassung fertiggestellt - 56 Seiten. In den nächsten beiden Tagen werde ich ihn noch einmal durchschauen und am Donnerstag zu einem ersten Korrekturlesen aus der Hand geben.

Posted by Sebastian @ 06:52 PM CET

Ich habe in der Vossische Zeitung nach einem Bericht über die 75-Jahrfeier des Geselligen Vereins der Gesellschaft der Freunde gesucht. Für gewöhnlich ist eine solche Feier ein Ereignis, das an dieser wichtigsten Berliner Tageszeitung nicht spurlos vorbeigeht. Aber die Feier fand zu einem schlechten Zeitpunkt statt: am 11. Dezember 1870. Der deutsch-französische Krieg war vor Paris ins Stocken geraten, und die Zeitungen waren voll von Kriegsberichterstattung. Es gab sogar Extrabeilagen zu diesem Thema. Keine Zeit, um dem fast runden Jubiläum eines Vereins der zweiten Reihe auch nur ein paar Zeilen zu widmen. Nun ja, aber mit Abstand betrachtet war dies wohl noch das kleinste Übel jenes Krieges.

Posted by Sebastian @ 02:28 PM CET

Saturday, September 20, 2003

Der erwähnte zweite Band der Cholera-Habilitation, der sich als Mikrostudie der Cholera in Berlin 1831/32 widmen soll, ist sehr merkwürdig. Nach einer äußerst kurzen, philosophisch-kulturwissenschaftlichen - vom historischen Standpunkt wenig ergiebigen - Einleitung, in der sich der Verfasser über allgemeine Handlungsmuster in Fällen von Katastrophen ausläßt, folgt eine hunderte Seiten lange Edition von Quellenbruchstücken, die Zeitungen, Drucksachen und manchmal Akten entnommen wurden. Diese Quellenstücke sind ausschließlich chronologisch, also in keiner Hinsicht thematisch-analytisch geordnet, auch durch keinerlei Register erschlossen, was ihre Benutzung ausgesprochen erschwert und jeden Fund praktisch zum Zufallsfund macht. Auch hält der Autor es nicht für nötig, die Auswahl zu begründen oder darzulegen, welche Quellengruppen er untersucht hat. Ich werde mir noch die anderen drei Bände ansehen - vielleicht gibt es dort ja irgendwo das, was ich hier vermisse...

Posted by Sebastian @ 09:14 AM CET

Friday, September 19, 2003

Das amtliche Endergebnis der Wahlen zur Repräsentantenversammlung der Jüdischen Gemeinde Berlin ist nun auch im Netz zu finden und zwar hier.

Posted by Sebastian @ 08:39 AM CET

Thursday, September 18, 2003

Heute habe ich den Medizinteil vorläufig abgeschlossen und mit der Niederschrift des Abschnitts über die innere Ausdifferenzierung des Vereins begonnen.
Wichtig im Medizinteil ist das Engagement der Gesellschaft während der Choleraepidemie 1831/32. Und hier kommt mir ein unglaublicher Glücksfall zu Hilfe. Für gewöhnlich fehlen mir zu allen Rahmen, in die der Verein eingebunden ist, die historischen Forschungen. Zur genannten Choleraepidemie in Berlin aber wurde ausgerechnet in diesem Jahr eine Habilitationsschrift veröffentlicht. Nicht irgend eine Monographie - nein, ein vierbändiges Werk! Bd. 1: Medizingeschichte, Bd. 2: Mikrokosmos Berlin, Bd. 3: Edition von Cholera-Briefen, Bd. 4: Edition von Cholera-Gedichten. Mich interessiert natürlich vor allem Bd. 2, vielleicht auch die Bände 1 und 3. Im Zentrum für Berlinstudien ist das Werk nicht vorhanden, sondern nur in der benachbarten Stadtbibliothek - im Medizinbestand. Für die fehlte mir heute allerdings der Ausweis, weil ich mit dieser eigenartigen Zuordnung nicht gerechnet hatte.
Zur Jüdischen Gemeinde meldet die Berliner Zeitung (endlich ist sie aus der Versenkung aufgetaucht!), daß der stellvertretende Leiter der Wahlkommission die Vorwürfe der Verlierer, es hätten Manipulationen stattgefunden, zurückweist: Es gäbe dafür keine greifbaren Anhaltspunkte. Ich bin gespannt, wie sich die Sache weiterentwickeln wird.

Posted by Sebastian @ 07:51 PM CET

Wednesday, September 17, 2003

Mit meinem Medizinteil bin ich heute gut vorwärts gekommen und hoffe, ihn morgen vorläufig abschließend zu können. Ein paar Nacharbeiten werden noch nötig sein. So will ich unter anderem nach einigen medizinischen Dissertationen suchen.
In der Berliner Morgenpost gibt es heute wieder einen Artikel über mögliche Wahlanfechtungen. Inzwischen stimmen auch die Verliererin Cynthia Kain und die oppositionelle Frida Süsskind in die Vorwürfe ein. Kain plant ein breites Bündnis zur Wahlanfechtung. Eines muß man diesen Leuten ja lassen: Sie sind schlechte Verlierer.

Posted by Sebastian @ 09:49 PM CET

Tuesday, September 16, 2003

Die Morgenpost veröffentlichte heute auch noch ein interessantes Interview mit Meyer - nicht schlecht für das Springerblatt, heute hat es seine Konkurrenz überholt. Wer wußte denn schon, daß 92% des Etats der Jüdischen Gemeinde vom Senat übernommen werden!!! Interessant auch, daß Meyer die Einheitsgemeinde plötzlich nicht mehr durch die in der World Union for Progressive Judaism versammelten liberalen und Reformkräfte, sondern durch den von der russischen Regierung geförderten Weltkongreß russischsprachiger Juden bedroht sieht und diese Bedrohung in dem wiedergewählten Repräsentanten Dmitri Feldman (Herausgeber der Zeitung Russkaja Germanija) personifiziert sieht. Feldman erschien in der vergangenen Legislaturperiode eigentlich als sehr farblos. Nun, mal sehen, ob dazu noch mehr Informationen auftauchen.

Posted by Sebastian @ 09:47 PM CET

Die Trennung von Gesellschaft der Freunde und ihrem Geselligem Verein ist abgehandelt. Gesamtseitenzahl Teil II: 50. Damit bin ich eigentlich chronologisch am Ende angekommen. Allerdings stehen mir noch zwei Abschnitte bevor, die ich irgendwo zu integrieren versuchen werde: der über die Gesellschaft als Medizinaleinrichtung und der über die verschiedenen Fonds und Institute der Gesellschaft. Es bleibt also genug Arbeit auch für die kommenden Tage.
Zur Wahl in der Jüdischen Gemeinde gab's heute in allen Tageszeitungen Artikel. Die meisten brachten keine Neuigkeiten. Aber in der Morgenpost findet sich doch etwas Interessantes: Ariel Abaew, abgewähltes ehemaliges Mitglied der Repräsentantenversammlung, plant, die Wahl anzufechten, weil es seiner Ansicht nach nicht mit rechten Dingen zugehe, wenn knapp die Hälfte der Stimmen als Briefwahl abgegeben wurden. Abgesehen davon, daß Herr Abaew die Wahl natürlich nicht anfechten würde, wenn er ein besseres Ergebnis erzielt hätte, ist es doch eigenartig, daß man den Wähler jetzt dafür bestrafen möchte, daß dieser eine ihm gebotene Möglichkeit, die der Briefwahl, nutzte.

Posted by Sebastian @ 09:17 PM CET

Monday, September 15, 2003

Die Wahlen der RV der Jüdischen Gemeinde Berlin gestern brachten mehr Veränderung, als wohl erwartet wurde. Zwei Dinge fallen sofort auf. Zum einen hat Albert Meyer mit seiner Liste Kadima 16 von 21 Sitzen errungen und damit eine 3/4-Mehrheit. Zum anderen hat es keiner der führenden Funktionäre der alten Waksliste und damit des alten Establishments mehr in die RV geschafft.
Viele der Waks-Leute traten gar nicht mehr an: Waks selbst, Pjotrkowski, die Graue Eminenz, Ljukomowitsch, Arthur Süsskind. Die verbliebenen beiden Personen, die bisher dem Vorstand der Gemeinde angehörten, scheiterten am Wähler: Cynthia Klein und Boris Schapiro. Letzterer landete sogar weit abgeschlagen auf einem der letzten Plätze.
Vom alten Westberliner Establishment sind somit nur noch Sylva Franke und Jael Botsch-Fitterling verblieben, die immer relativ unabhängige Positionen bezogen. Interessant ist der Fall Frida Süsskind. Sie ist die Ehefrau Arthur Süsskinds und somit auch der Führungsschicht der Gemeinde zuzuzählen, auch wenn sie bei dieser Wahl erstmals politisch hervortritt. Ihr gutes Ergebnis dürfte unter anderem auf ihre Tätigkeit als Präsidentin der Berliner (seit 1985) und deutschen (seit 1990) Wizo zurückzuführen sein.
Doch zurück zum Wahlsieger. Eine so große Mehrheit wie die der Meyer-Liste hat es schon seit langem nicht mehr in der Berliner Jüdischen Gemeinde gegeben. Allerdings ist unklar, ob sich für Meyer daraus auch klare, verläßliche Entscheidungsstrukturen ergeben. Die Listen sind keine Parteien, sondern Bündnisse, die erst einmal für den Wahltag geschlossen wurden. Ob das Bündnis Kadima tragfähig ist, muß sich jetzt zeigen. Die Belastungen beginnen sofort, denn angesichts des immensen Haushaltsdefizits müssen sofort Entscheidungen getroffen werden - Kürzungen, Entlassungen, Schließungen, Verkäufe -, die alles andere als populär sind.
Zudem ist die Zusammensetzung der Meyer-Fraktion sehr heterogen. Auf Platz 3 der Gewählten zum Beispiel steht Arkadi Schneiderman, das Enfant terrible der alten RV. Schneiderman, der seit den 1990er Jahren das Gemeinde-Establishment teilweise aggressiv kritisierte, gehört seit zwei Jahren der RV an. Er behielt seinen für deutsche Verhältnisse ungewöhnlichen Stil auch als Parlamentsmitglied bei und hat damit bei der Mehrzahl der Wähler offensichtlich ungemein an Beliebtheit gewonnen. Aber Schneiderman ist ein geborener Oppositionspolitiker, ein Kritiker. In einem demokratischen System kann er als Kontrollfunktion durchaus produktiv wirken. Aber wie wird er sich als Mitglied der Regierungspartei, womöglich sogar des Vorstands der Gemeinde verhalten ?
Ein weiterer Unsicherheitsfaktor ist, daß durch den Abgang der alten Eliten eine Menge neuer Gesichter in der RV aufgetaucht sind. Einige machen einen sehr soliden Eindruck, bei anderen bleibt abzuwarten, in welcher Form sie sich an der Parlamentsarbeit beteiligen werden. Insgesamt ist der Anteil der Personen, die aus der Sowjetunion stammen, weiter angestiegen. Es sind insgesamt 11 (zudem einer, dessen Eltern aus der SU zuwanderten, und ein Immigrant aus Rumänien) - erstmals die Mehrheit des Parlaments.
Schließlich bleibt die Frage nach dem neuen Vorsitzenden der RV: Brenner oder Meyer ? An sich scheinen die Mehrheitsverhältnisse klar zu sein, denn Brenner ist Einzelkandidat, Meyer hat eine 3/4-Mehrheit. Aber es ist der Vorstand, der den Vorsitzenden aus seiner Mitte. Beim letzten Mal setzte sich der Vorstand aus vier Vertretern der Waks-Partei und Brenner zusammen. Brenner wurde Vorsitzender. Auch diesmal wird neben Meyer-Leuten vermutlich Brenner in den Vorstand einziehen, wenn er sich einem solchen Amt nicht entzieht. Und dann hängt es ganz von Meyers politischem Kalkül ab, ob er Brenner den Platz an der Spitze überlassen oder diesen Platz selbst einnehmen will. Nach dem schlechten Erfahrungen, die Waks mit dem Modell des Regierens aus der zweiten Reihe gemacht hat, ist aber wohl doch damit zu rechnen, daß Meyer den Vorsitz übernimmt.
Wie könnte der Vorstand aussehen ? Meyer und Brenner (wenn er will) werden ihm auf jeden Fall angehören. Damit bleiben noch drei Plätze. Schoeps hat auf jeden Fall Ambitionen, den Kulturbereich zu übernehmen. Botsch-Fitterling kommt für die Bildung in Frage. Bleiberg wäre eine gute Bereicherung in jeder Hinsicht - er gilt als ausgesprochen integer und als Mittler zwischen den verschiedenen religiösen Richtungen, er kann auf eine erfolgreiche Tätigkeit als Gabai in der Synagoge Fränkelufer verweisen, und er hat das viertbeste Wahlergebnis erreicht, nachdem er bei der letzten Wahl den Einzug in die RV noch verpaßt hatte.
Zusammenfassend läßt sich sagen, daß die Gemeinde die Chance eine Neuanfangs und einer zielgerichteten Entwicklung hat, wenn es Meyer gelingt, seine Mehrheit auch unter dem enormen Druck von Haushaltsdefizit und Kürzungszwang zusammenzuhalten.

Posted by Sebastian @ 04:32 PM CET

Durch die Radiosender geistern zwar schon alle möglichen widersprüchlichen Daten, aber die erste vollständige und korrekte Liste gibt es hier, im Forschungstagebuch. Also: Das amtliche Endergebnis der Wahlen zur Repräsentantenversammlung der Jüdischen Gemeinde Berlin.
Wahlbeteiligung: 39,80 %.
Wahlergebnis (Stimmenzahl):
1. Alexander Brenner (1657), Rentner
2. Albert Meyer (1622), Rechtsanwalt und Notar
3. Arkadi Schneidermann (1333), Rentner
4. Benno Bleiberg (1206), Rechtsanwalt und Notar
5. Gideon Joffe (1147), Unternehmensberater
6. Sylva Franke (1142), Unternehmerin
7. Mark Aizikovitch (1062), Künstler
8. Julius H. Schoeps (1061), Historiker
9. Josef Eliaschewitsch (1055), Arzt
10. Jael Botsch-Fitterling (1050), Lehrerin
11. Frida Süsskind (1027), ehrenamtliche Sozialarbeiterin
12. Fredy Gross (937), Psychoanalytiker
13. Michael Rebo, Kaufmann
14. Tamilla Rosenzweig, Journalistin
15. Ronald Glasberg, Wirtschaftswissenschaftler
16. Leonid Donskoj, Rentner
17. Hubert Combé, Unternehmer
18. Dmitri Feldman, Verleger ("Russkij Berlin")
19. Alexander Buchmann, Zahnarzt
20. Petr Feldman, Wirtschaftsingenieur
21. Maw Haymov, Unternehmer
Das ist die neue Repräsentantenversammlung.

Auf weitere Plätzen folgen:
22. Walter Rothschild, Rabbiner
23. Arial Abaew, Unternehmensberater
24. Shoshana Feingold-Studnik, Unternehmensberaterin
25. Cynthia Kain, tätig in der Immobilienbewirtschaftung
29. Anetta Kahane, Geschäftsführerin der Regionalen Arbeitsstellen für Ausländerfragen, Jugendarbeit und Schule
46. Korenzecher, Rafael, Unterneher
49. Boris Schapiro, Schriftsteller.

Das Ergebnis ist in mehrerer Hinsicht sensationell - ich werde eine Wahlanalyse ausarbeiten, die bald folgt.

Posted by Sebastian @ 03:24 PM CET

Sunday, September 14, 2003

Heute hat die Jüdische Gemeinde Berlin gewählt. In den letzten beiden Wochen fanden dafür Wahlveranstaltungen statt, auf denen sich die Kandidaten den Fragen der Wähler stellten. Leider konnte ich wegen Zeitknappheit nicht daran teilnehmen. Aber alle drei Berliner Tageszeitungen brachten gestern Artikel darüber, und es zeigt sich, daß die Sitzungen wieder sehr abwechslungsreich und turbulent verlaufen sein dürften. Hier sind sie, die Nachrichten der Berliner Zeitung, des Tagesspiegel und der Berliner Morgenpost. Ich bin gespannt auf das Wahlergebnis.

Posted by Sebastian @ 08:05 PM CET

Die Einweihung der Informationstafel in der Jägerstraße verlief ausgezeichnet: Alle Gäste, einschließlich Klaus Schütz und Alexander Brenner, kamen, der Regen nahm sich gerade für diese halbe Stunde eine Auszeit, und die Tafel selbst wurde von allen Seiten ausschließlich mit viel Lob bedacht. Also: Jeder sollte einmal vorbeischauen - Jägerstraße 52/53 nahe dem Gendarmenmarkt - und sich selbst ein Bild machen. Die anschließende Feier mußte angesichts erneuten Regens im Foyer der Botschaft stattfinden, was der allgemeinen guten Stimmung aber keinen Abbruch tat. Ich war erstaunt, wieviel Leute ich kannte - deutlich über zwei Dutzend -,und kam gar nicht dazu, mit allen zu plaudern. Photos gibt es viele, aber einige von ihnen werden sowieso auf der Homepage des für die Tafel verantwortlichen Arbeitskreises Geschichtsmeile Jägerstraße auftauchen, so daß ich hier darauf verzichte.

Posted by Sebastian @ 07:20 AM CET

Friday, September 12, 2003

Vor einige Tagen lief ich mit zwei McKinseyanern durch Berlin und zeigte ihnen die Altstadt. Dabei kamen wir auch auf mein Projekt der Praxis für Lebensgeschichte zu sprechen, und die beiden entwickelten gleich eine neue Idee: Anläßlich hoher runder Geburtstage könnten die Freunde und Verwandten zusammenlegen und dem Jubilar seine Lebensgeschichte schenken. Dabei würden sie nicht nur finanziell, sondern auch durch Bereitstellung von Unterlagen und Erinnerungen an dem Projekt mitwirken. Das klingt wirklich gut und vermarktbar. Vielleicht orientiere ich mich erst einmal in diese Richtung ?
Der heutige Tag wird dominiert von den letzten Vorbereitungen für die Enthüllung der Informationstafel Jägerstraße (zusätzliche Informationen gibt's hier).

Posted by Sebastian @ 11:04 AM CET

Wednesday, September 10, 2003

Hurra ! Oder wie die Russen sagen (oder brüllen) würden: Urrra - urrra - urrra !!! Meinem Verlängerungsantrag wurde von der Naumann-Stiftung zugestimmt. Zwar gilt die Bewilligung erst einmal nur für ein halbes Jahr, aber wenn ich innerhalb dieses halben Jahres nicht zu große Fehler mache, dürfte auch die letzte Verlängerung ab April 2004 kein Problem werden.
Finanziell sieht es jetzt so aus: Im letzten Quartal 2003 bekomme ich kein Geld, kann mich aber dank zinsloser Kredite von Freunden über Wasser halten und also uneingeschränkt an meiner Dissertation weiterarbeiten. Im Januar wird mir dann der Stipendienbetrag für dieses Quartal nachgezahlt, und ich kann die Kredite tilgen. Nur eines ist noch unklar. Im Bewilligungsbescheid wird angekündigt, die Nachzahlung erfolge unter Vorbehalt, ohne daß dieser Vorbehalt irgendwo näher erläutert wird. Ich werde diesbezüglich noch einmal bei der Stiftung nachfragen.

Posted by Sebastian @ 08:16 AM CET

Monday, September 8, 2003

Das Einkaufszentrum, das vor unserer Haustür entsteht, hat jetzt seine eigene Homepage. Der ist zu entnehmen, daß dort eine Media Markt-Filiale einziehen wird - einen ordentlichen Elektronikmarkt haben wir hier tatsächlich bitter nötig. Ansonsten aber enthält das neue Gebäude nur eine Ansammlung von unnötigen Klein- und Großläden, und ich frage mich, ob sich dieses Gemisch hier auf Dauer wirklich halten kann. Die Einweihung soll im Herbst stattfinden, aber ich bin skeptisch, denn bisher wird noch nicht einmal ein genauerer Termin genannt. Zu dem Komplex gehört ein Parkhaus (viel zu weit entfernt vom Bahnhof, also nur für das Einkaufszentrum geeignet) und ein Ärztehaus. Letzteres wird, wie auch das vorhersehbare Ladensterben, den Leerstand in den umliegenden Häuserblöcken weiter erhöhen. Aber an sich ist hier nicht mehr viel zu zerstören - Schöneweide eben.

Posted by Sebastian @ 08:58 PM CET

Sunday, September 7, 2003

In der neuesten Ausgabe des Aufbaus gibt es endlich wieder einmal einen interessanten Aufsatz. Damit meine ich nicht den Artikel (fehlt in der Online-Ausgabe) über die bevorstehende Beer-Ausstellung, der zwar vollkommen unkritisch ist, dem man aber immerhin entnehmen kann, daß der Beer-Richter-Nachlaß zunächst dem Jüdischen Museum angeboten, von diesem aber wegen der an die Stiftung geknüpften Bedingungen abgelehnt wurde. Dadurch landete er bei der Stiftung Stadtmuseum.
Vielmehr gibt es einen Themenschwerpunkt Abschied von Zionismus, der neben zwei nichtssagenden Aufsätzen einen guten Zentralartikel umfaßt. Dieser beschreibt, daß - zumindest was die osteuropäischen und die deutschen Juden betrifft - der Zionismus endgültig tot ist, daß also der Wunsch, nach Israel auszuwandern, immer schwächer und schwächer wird. Am meisten entsetzt es die israelischen Behörden, daß inzwischen mehr Juden nach Deutschland als nach Israel einwandern. Versuche, Juden in Deutschland zur Aliya (Auswanderung nach Israel) zu bewegen, wofür spezielles Fachpersonal hierher gesandt wird, bleiben erfolglos.

Posted by Sebastian @ 07:22 AM CET

Friday, September 5, 2003

Zwei Tage Schweigen an dieser Stelle sind vor allem darauf zurückzuführen, daß diese beiden Tagen von allen möglichen Nebenbeschäftigungen (zumindest aus Sicht der Dissertation waren es Nebenbeschäftigungen) ausgefüllt waren. So ist zum Beispiel die Fertigstellung der Informationstafel Jägerstraße - der vorläufige Schlußpunkt meiner Mitarbeit im Arbeitskreis Geschichtsmeile Jägerstraße - fast abgeschlossen. Das Tafelgestell steht seit Mittwoch in der Jägerstraße, vor der Belgischen Botschaft, und seit gestern hängen die Datenträger im Gestell. Ihre Anbringung muß allerdings noch ein wenig optimiert werden. Die offizielle Einweihung wird am kommenden Freitag um 17 Uhr stattfinden, aber die anschließende Feier wird in der Belgischen Botschaft durchgeführt und wurde deshalb zu einer geschlossenen Veranstaltung erklärt.
Im Dissertationstext bin ich nur eine Seite weitergekommen.

Posted by Sebastian @ 06:10 AM CET

Tuesday, September 2, 2003

Heute machte ich ein paar Ausführungen zum Selbstverständnis der Gesellschaft der Freunde, wie es sich in Festreden, Druckschriften und Entscheidungen in politischen Krisensituationen widerspiegelte. Der Abschnitt ist vermutlich noch nicht ganz fertig, umfaßt aber schon zwei neue Seiten. Gesamtseitenzahl: 44.

Posted by Sebastian @ 05:23 PM CET

Ich habe gerade einmal gründlich überlegt und bin zu der Befürchtung gekommen, daß es kein neueres Werk zur preußischen Judenpolitik zwischen 1820 und 1871 gibt. Nicht einmal eines für die Zeit 1840-1860. Wie es ja auch keine Arbeit zum Judengesetz 1847 gibt. Muß man denn alles allein machen???

Posted by Sebastian @ 11:14 AM CET

Monday, September 1, 2003

Heute habe ich den Abschnitt über das Judentum vorläufig fertiggestellt. Er muß gewiß später noch einmal überarbeitet werden, aber eine gute Grundlage habe ich jetzt gelegt. Seitenzahl von Teil II bisher: 42 Seiten. Morgen beginne ich mit dem Abschnitt über das Verhältnis zum Staat.

Posted by Sebastian @ 08:13 PM CET

Aus der Rubrik Jumor der Septemberausgabe der Jewrejskaja Gasjeta. Aufruhr in der (sowjetischen) Geburtsklinik: Ganz offen werden die jüdischen Gebärenden von den Ärzten und vom Personal bevorzugt behandelt. Der Chefarzt versucht, die übrigen Frauen zu beruhigen: "Genossen Mütter, seien Sie doch verständnisvolle Bürger! Jene Frauen arbeiten schließlich für den Export!"

Posted by Sebastian @ 11:21 AM CET

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